Der gebürtige Lingener Frank Hoppmann ist ein vielgefragter und international erfolgreicher Künstler, der unter anderem für die Welt am Sonntag, das Rolling Stone-Magazin, das Satiremagazin Eulenspiegel und das Manager Magazin illustriert und zeichnet. Seine Karikaturen wurden mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Zuletzt gewann der jetzt in Münster lebende Künstler in einem internationalen Illustrationswettbewerb die Goldmedaille des IJUNGLE-AWARDS für sein Porträt von Donald Trump, das in der „Los Angeles Times“ veröffentlicht wurde. 

Wir von woisteigentlichlingen.de nahmen jüngst die Gelegenheit wahr, Frank Hoppmann einige Fragen zu stellen und verlosen gerne ein handsigniertes Exemplar seines im letzten Jahr erschienenen Illustrationsbuches „Animalism“, in dem Frank Hoppmann das Tierische im Menschen sichtbar macht, und Schweine und Fliegen den Menschen wiederspiegeln.

Um das Buch zu gewinnen, müsst ihr nur eine Frage richtig beantworten: Bis wann läuft noch Frank Hoppmanns Ausstellung im Alten Rathaus in Göttingen? Sendet eine E-Mail mit der richtigen Antwort bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Einsendeschluss ist der 25. Februar. …Viel Glück ;-)

 

Hi Frank! Erstmal Herzlichen Glückwunsch zu Deiner aktuellen Ausstellung im Alten Rathaus in Göttingen, die noch bis zum 25. Februar läuft. Gibt es hiernach bereits weitere Pläne oder Projekte? 

Richtig. Die aktuelle Ausstellung kann ich jedem ans Herz legen. Insgesamt über 120 Arbeiten, dazu noch Skizzen und Objekte, und dazu noch das schöne alte Rathaus in Göttingen. Ansonsten geht es nahtlos weiter. 2018 werden zwei Bücher erscheinen, ein eigener großer Kunstband mit meinen Arbeiten und ein weiteres Buch, in dem ich Gedichte eines Kollegen illustriere.

Du hattest für deine Karikatur des türkischen Staatspräsidenten Erdogan im Jahr 2017 den „Goldenen Geflügelten Bleistift“ (Deutscher Karikaturenpreis) unter dem Wettbewerbsmotto „Menschen sind auch keine Lösung“ gewonnen – hat Dir Erdogan eigentlich schon zu deinem Gesamtsieg gratuliert? 

Na klar, das hat nicht lange gedauert. Schnell habe ich einen relativ kurzen Brief bekommen, in dem er sich persönlich und sehr freundlich bedankt hat. Er hat sich natürlich für mich gefreut, und ich solle die Jury recht herzlich grüßen. Von der Gewinnsumme solle ich mir mal wieder einen Türkeiurlaub gönnen. Nein, Spaß beiseite, natürlich hat er nicht geschrieben. Er hat persönlich angerufen und sich bedankt.

Ik bün nich mit Plattdüütsch upwussen - kannst du als ein in Emsbüren Aufgewachsener plattdeutsch sprechen, Frank? 

'n bettgen...

Wann hast du zum ersten Mal dein zeichnerisches Talent entdeckt? 

In den 80ern.

Wolltest du dich immer schon beruflich in diese Richtung entwickeln, oder kamen dir während deiner Schulzeit am Gymnasium Georgianum auch andere berufliche Ideen in den Sinn?

Die Schulzeitzeit am Gymnasium Georgianum hat mich sehr inspiriert, bestärkt und motiviert, kritischer Zeichner und Karikaturist zu werden. Dort fing ich an, heimlich Lehrer zu zeichnen.

Was hat dir während deines Design-Studiums an der Fachhochschule Münster am meisten gefallen?

Freiheiten in vielerlei Hinsicht, zum Beispiel nachts in die Kneipe zu gehen mit dem Wissen, am nächsten Tag bis drei Uhr schlafen zu können.

Deine Karikaturen sind enorm kreativ gestaltet – was machst du an kreativlosen Tagen, sofern es solche Tage bei dir überhaupt gibt…? 

Natürlich zeichne ich nicht immer. Das ginge gar nicht, denn die Arbeit ist anstrengender als man denkt. An anderen Tagen putze ich meine Wohnung, spiele Gitarre, laufe Marathon oder mache meine Steuererklärung.

Gibt es Personen oder Gesichter, die schwieriger zu karikieren sind als andere, und gab es vielleicht mal einen Fall, in dem du beinahe aus Verzweiflung aufgegeben hättest? 

Natürlich habe ich schon zerstört und bei Null begonnen. Aber wenn man ehrlich ist: man beginnt doch nie bei Null, oder?

Gab es Phasen für dich als Künstler, in denen du Existenzängste hattest? Oder kannst du rückblickend eher sagen: „Nö, lief soweit alles gut.“

Es gibt immer wieder Phasen im Leben eines Künstlers. Auch Ängste spielen da eine Rolle, aber Existenzängste habe ich immer schnell geschafft, erfolgreich zu verdrängen. Um mir meine Freiheiten zu wahren, bin ich oft mehrgleisig gefahren und habe mir immer meine Vielseitigkeit gegönnt. Mir war das immer egal. Schubladen finde ich doof, da steckt man sich nicht rein, das machen andere. Es hat ja schon was von Gefangenschaft. Ich sage immer, dass ich gerne zwischen den Stühlen stehe. Die Alternative wäre, ich würde mich hinsetzen, was oft der einfachere Weg ist, dynamischer ist jedoch die Bewegung. Wer zu viel sitzt wird dick und träge. Sicherlich gehört auch eine Portion Glück dazu, neben ganz viel selbständiger Arbeit.

Was ist dein Lieblingsfilm, und auf welches Musikalbum freust du dich in diesem Jahr am meisten? 

Schwierig, einer meiner Lieblingsfilme ist sicherlich "die Fliege" mit Vincent Price. Album 2018 auch schwierig, vielleicht old school "Judas Priest".

Wenn du dich zwischen Bier, Rot- und Weißwein entscheiden müsstest: Was wäre deine erste Wahl? 

Rot weniger, Bier oder Weiß je nachdem, aber an geraden Wochentagen lieber Wein.

Wir bedanken uns bei dir für das Interview und wünschen dir weiterhin viel Erfolg! 

Danke auch.

 

Bild: Frank Hoppmann © Fabian Schellhorn, Berlin 
Interview: Jens Hartmann