Wohnen in Lingen-Haus Am Bahndamm GartenNachdem ich die Zusage für das Studium in Lingen erhalten hatte, machte ich mich direkt auf die Suche nach einer WG in Lingen. Ich ging auf die Seite wg-gesucht.de und war erstaunt, wie viele WG´s es hier in Lingen gibt. Am meisten erstaunt hat mich allerdings, dass es nicht nur Wohnungen waren, sondern auch einige, die ein ganzes Haus hatten.

Nachdem ich etwa 20 WG´s angeschrieben hatte, ob denn noch ein Zimmer frei wäre, bekam ich von zwei WG´s die Zusage, mir ein Zimmer anzuschauen. Eines direkt in der Innenstadt und das andere auf der Schwedenschanze. Ich nahm mir drei Tage frei, buchte mir einen Bus und machte mich auf den Weg - 11 Stunden Busfahrt standen mir bevor.

Endlich war es soweit, die Reise ging los.
Nachdem der Bus auch noch drei Stunden Verspätung hatte, kam ich mitten in der Nacht in Lingen an und konnte - Gott sei Dank - eine Nacht in einer WG unterkommen, in der ich mir auch ein Zimmer anschauen wollte. Meine neue Mitbewohnerin Anne holte mich vom Bahnhof ab und wir machten uns auf den Weg zu der WG.

Schon nach dem Betreten der Wohnung war für mich klar:  hier willst du wohnen! Altbau, Holzdielen, große Fenster, eine offene Wohnküche und ein leerstehendes 24 m² Zimmer überzeugten mich sofort. Nachdem wir die Nacht durchgequatscht hatten, beschlossen wir, dass ich ab September dort einziehen konnte.

Das ist jetzt schon ein halbes Jahr her. Seitdem wohne ich hier in einer WG mitten in der Innenstadt, mit zwei Mädels und einer Katze zusammen. Und das Beste hier dran ist, wir haben keine direkten Nachbarn. Wir können hier Partys feiern, laut Musik hören und die Nacht zum Tag machen, ohne dass es irgendjemanden interessiert. Hier werden allerdings nicht nur Partys gefeiert. Wir kochen viel zusammen, gehen abends auf ein Bier ins Koschinski und jeden Sonntag zum Tatort schauen ins Central Kino. Die WG wurde für mich wie eine kleine Familie. Wir leben hier nicht nur zusammen um Geld zu sparen, sondern auch, weil wir die Gemeinschaft lieben. Keine von uns kann es sich vorstellen, alleine zu leben - das wäre für uns viel zu langweilig.

 

Text: Tamara Hamann
Foto: Jan Lüschen