Flo wahlkampf2

Ich treffe mich mit Florian und seiner Freundin Franzi an einem regnerischen Tag Anfang November in seiner WG. Wir beschließen, trotz des Regens das Haus zu verlassen und eine Ausstellung in der Lingener Kunsthalle zu besuchen. Ob diese gut oder schlecht war, möchte ich jetzt mal dahingestellt lassen, aber wir finden uns keine eineinhalb Stunden nach unserem Aufbruch im Koschi wieder. Ich möchte mit Flo über die Fachschaft sprechen. Ich möchte wissen, was ihn zu seinem Engagement antreibt und wieso wir ihn auch im nächsten Jahr weitermachen lassen sollen?

„Die Vernetzung, die ich in meinem Leben erlebe, die will ich den anderen Studenten zugänglich machen.“ - Flo Schlüter

Wir bestellen also erstmal eine Runde Bier. Das lockert die Zunge. Auf meine erste Frage, warum man ihn denn nun wählen sollte, sagt er zwinkernd: „Na ja, ich will dieses Jahr meine 200 Stimmen kriegen, letztes Jahr gab's nur 196.“ Aber das ist nicht der einzige Grund. Man merkt, dass Flo seine Arbeit in der Fachschaft wirklich gerne macht und das kann ich wohl verstehen. Es gibt kaum Leute, die so gerne und so gut Party machen können wie Flo. Und auch, wenn er bei den Schlachthofpartys und KH Sit-Ins immer irgendwie „arbeiten“ muss, merkt man doch, wie gerne er das macht. Das Zusammentreffen und Zusammenbringen von Menschen mache für ihn die Fachschaftsarbeit aus. „Die Vernetzung, die ich in meinem Leben erlebe, die will ich den anderen Studenten zugänglich machen.“

Er ist aber auch ganz ehrlich. „Es ist schon schön, wenn das neue Leute machen. Wenn ich es nicht schaffe, ist das zwar schade, aber hey wir brauchen auch neue Gesichter, die frischen Wind reinbringen. Denn sonst bleibt halt alles beim Alten.“ Wie Recht er da hat. Neue Leute sind wichtig, denn die Fachschaft hat schon einen großen Einfluss auf das Leben von uns Studenten. Ich wüsste gar nicht, was ich ohne die Schlachthofparties machen sollte. Wie sollte ich meinen Gesellschaftsalkoholismus ausleben, wenn ich nicht regelmäßig von der Fachschaft mit Bier für einen Euro versorgt werden würde.

Am Ende unseres Gesprächs habe ich das Gefühl, dass Flo seinen „Wahlkampf“ nicht nur für sich selbst führt. Er scheint ihn viel mehr für die Fachschaft im Allgemeinen zu führen. Es geht ihm darum, neue Leute dazu zu motivieren, sich zu engagieren und ihren Fußabdruck auf dem Campus zu hinterlassen.

Eine sehr noble Einstellung, wie ich finde. Er hat auf jeden Fall meine Stimme sicher. Denn ich sehe es genauso, wenn Flo sagt, dass die Fachschaft jedes Jahr frischen Wind braucht. Aber sie braucht auch immer ein paar Veteranen, die die neuen in der Spur halten.

Am Ende muss ich aber noch etwas sehr Wichtiges erwähnen: Flo hat jetzt nämlich einen Bauchtrainer! Er ist stolz wie Oskar, als er von seinen großen Work-Out-Plänen schwärmt. Er wolle jetzt mehr Sport machen, denn man würde schon merken, dass der Körper ohne Sport irgendwie langsamer wird. Ich möchte mir nicht anmaßen zu bewerten, wie ernstgemeint das ist, aber eins ist wohl sicher: Einem Mann, der seinen Körper wie einen Tempel behandelt, dem vertraue ich gerne die Planung meiner Schlachthofparties an!

Wir verlassen gut gelaunt das Koschi und lassen den Abend bei unserem Kumpel Felix im Netto-Ghetto ausklingen. Ich bedanke mich, Florian, für unsere Unterhaltung und hoffe, du erreichst dieses Jahr deine 200 Stimmen.

Songtipp für diesen Artikel: In Between Days von The Cure

 

Text: Moritz Rohde

Bild: Florian Schlüter