TT kleinAch ja, sind sie nicht süß zusammen? Mensch und Maschine. Unzertrennlich und ständig miteinander im Gange. Heutzutage haben viele schon eine engere Beziehung zu ihrem Smartphone oder Computer als zu einem anderen Menschen. Es ist ja auch eigentlich perfekt: Der Partner hilft wo er kann, weiß alles und ist immer da, wenn einem mal langweilig ist. Doch auch in den scheinbar besten Beziehungen gibt es mal mehr als nur einen kleinen Streit.

Man weiß nicht warum und man ist sich keiner Schuld bewusst. Trotzdem ist die Technik eingeschnappt, passiv-aggressiv oder scheinbar rachsüchtig. Da hetzt einem das iPhone zum Beispiel auf einmal mitten in der Klausur die Sprachsteuerung auf den Hals. Alle sind am Grinsen, der Professor guckt verwundert. Man will sie schnell beenden, nur reicht es dem Gerät noch nicht. Anstatt, dass die Sprachsteuerung sich beenden lässt, hält sie dir auch noch einen lautstarken Vortrag darüber, wen sie denn jetzt gleich als nächstes anrufen wird. Aber nicht nur das Telefon ist so drauf, nein auch der Fernseher.
Man kommt nach Hause, die nervige Vorlesung bei Professor … also – der Tag war anstrengend und man freut sich darauf gemütlich bei der Lieblingssendung zu entspannen. Aber der Fernseher ist sauer. Er sagt nicht was los ist, auf Nachfragen reagiert er sowieso nie und deswegen gibt es heute einfach mal nur niederländische Programme. Oder noch schlimmer: nur RTL!

 

Besonders gerne hat auch mal der Computer schlechte Laune. Dass der sich manchmal denkt: „Du hast eben schon das gleiche Bild, auf die gleiche Weise eingebunden? Mir doch egal!", kennt wahrscheinlich jeder. Dieses irrationale Verhalten kann einem gehörig auf die Nerven gehen, vor Allem wenn man schon wieder prokrastiniert hat wie ein Weltmeister. Man denkt sich nichts Böses, wenn man seine Aufgabe für den letzten Monat, auf die fünf Stunden vor der Deadline legt und dann das.

Selbst wahre Technikversteher haben dann keinen Durchblick mehr durch die Gefühlswelt ihrer Elektrogeräte. Vielleicht liegt es ja auch nur daran, dass wir mittlerweile zu polygam leben und  es einfach wirklich verdient haben? Wahrscheinlich findet es auch von uns keiner so witzig, wenn die Partnerin auf dem Sofa sitzt, erst noch gespannt zuhört und auf einmal einen zweiten Freund aus der Hosentasche zieht und dann auch noch ausgiebig befummelt. Ein bisschen Verständnis ist also eventuell angebracht und ein gewisses Einfühlungsvermögen auch. Das Smartphone zum Beispiel nur noch benutzen wenn der Fernseher gerade unterwegs ist - oder andersrum.

Auf jeden Fall ist man ziemlich aufgeschmissen, wenn man erst einmal in so einer Situation ist. Meist hilft warten, oft aber nicht einmal das. Die Moral von der Geschichte sollte eigentlich nicht werden, dass man früher anfangen soll seine Sachen zu erledigen. „Immer ein Zweitgerät parat haben“ kommt nach dem Vergleich mit dem echten Partner aber irgendwie doch schlechter als gedacht… 

Naja, in jeder Beziehung gibt es eben Hochs und Tiefs – wie langweilig wäre es denn, wenn immer alles glatt läuft.

Text/Bild: Sebastian Joppien