Rote-Ampel groß

„Tür auf, reingesetzt und Motor an. Ein kurzer Blick aufs Amaturenbrett: Tank? Ist fast leer, wie immer. Ein kurzer Schwenk zur Uhr.  Mist, schon wieder spät dran!“

Solche Situationen kennt jeder. Es wäre ja durchaus möglich die verlorene Zeit während der Autofahrt wieder aufzuholen, wenn da nicht diese großen und wirklich nervigen Leuchten wären – die Ampeln. Natürlich sorgen sie für die Sicherheit im Straßenverkehr und ihre Regeln sind einfach: Rot heißt stehen und Grün heißt gehen bzw. fahren. Von Wegen! Da passt "Grün heißt gehen und Rot heißt "Verdammt ich komm schon wieder zu spät!" wohl eher.

Doch warum? Warum ist jedes Mal, wenn man es eilig hat, das Glück der grünen Ampel, das unsere Fahrt so viel angenehmer gestalten kann, nicht auf unserer Seite? Jeder kennt doch das Glücksgefühl wenn man der Auserwählte zu sein scheint, den die berühmt berüchtigte „Grüne Welle“  auf seiner Fahrt begleitet. Ab und an holt man die anfangs verlorene Zeit nicht nur ein, sondern schafft durch sie auch noch die Gelegenheit sich einen „Coffee2go“ beim Bäcker zu holen.

Das Lustige an der ganzen Geschichte ist, dass es in umgekehrten Situationen wunderbar funktioniert. Kaum hat man es mal nicht eilig, bekommt man eine grüne Ampel nach der anderen. Und was bringt mir das? Nichts! Denn dieses Mal war ich ja ausnahmsweise pünktlich.

Doch meistens bleibt die Grüne Welle in Situationen wie anfangs beschrieben ein herbeigesehnter Wunsch. Da ist man so gerade richtig schön in Fahrt gekommen – natürlich immer noch im Rahmen der Geschwindigkeitsbegrenzung – und sieht von Weitem schon das grünlich schimmernde Ampellicht. Man betet und bettelt und drückt einem selbst innerlich die Daumen: „Bleib grün. Bleib grün. Kein rot. Bitte, bi…“. Und dann? Circa 40 Meter bevor man die Ampel erreicht springt sie auf Gelb. „Das schaff ich noch. Das schaff ich…“ Zack. Und schon ist sie wieder rot. Verdammt.  Dieses zeitvertreibende Spielchen geht dann meist noch bei den nächsten gefühlten 164 Ampeln genauso weiter. Und leider ist es ja nicht nur so, dass die Ampeln rot „werden“. Nein! Sie bleiben es auch für eine unverschämt lange Zeit.

Doch das Wichtigste dabei ist Ruhe zu bewahren. Was macht es schon ein paar Minuten später zu kommen? Dann ist der Zug eben ohne dich abgefahren und da ist dann eben der leckerste Kuchen bei der Oma schon gegessen worden. Macht doch nichts – eigentlich!

 

Text: Christina Bergmann
Bild: Katharina Stupp