Umwelt groß SilkeN

Es ist wieder soweit: Draußen wird es wärmer und grüner, und die Natur lädt wieder zu superschönen Spaziergängen, Fahrradtouren und Grillabenden ein. Auch ich gehe gemütlich am Dortmund-Ems-Kanal entlang und freue mich über die Sonne und die ersten Blümchen, gehe den kleinen Abhang hinunter und philosophiere schon über das erste Picknick hier. Mit dieser Idee scheine ich jedoch nicht die erste gewesen zu sein. Und es ist schade, dass ich das so offensichtlich sehen kann. Denn hier liegt nicht nur ein Bonbonpapierchen, was jemandem vielleicht aus der Tasche gefallen ist, sondern die gesamte Ausrüstung für eine Grillparty. Getränkedosen, Einweggrill, Verpackungen von Würstchen, und alles was sonst noch so dazu gehört. Teilweise treiben die Sachen sogar schon im Wasser. 

Damit ist meine gute Laune jetzt auch verflogen, denn so etwas bringt mich echt zum Kochen. Ist es wirklich so schwer, eine Mülltüte mitzunehmen und sein Zeug in einen der wohlgemerkt naheliegende Mülleimer zu werfen? Ich kann nicht verstehen, wie man in so einer Situation kein schlechtes Gewissen haben kann. Denn selbst wenn einem die Umwelt und die Tiere scheinbar egal sind, dann bleiben immer noch die Mitmenschen, die vielleicht am gleichen Platz picknicken wollen. Da das scheinbar vielen noch viel egaler ist, bleibt zuletzt immer noch das eigene Interesse, denn selbst die Menschen, die alles liegen lassen, wollen doch bestimmt nicht beim nächsten Mal immer noch in ihrem eigenen Müll sitzen.

Egal, irgendjemand wird’s schon wegräumen. Wenn wir nächstes Mal kommen ist eh alles wieder sauber. Die Sache hat nur einen kleinen Haken: Räumt es wirklich jemand weg? Ich weiß es nicht, denn als ich Tage später wieder hier spazieren bin, liegt derselbe Müll immer noch da. Und das sollte auch eigentlich niemand wegräumen müssen, denn es ist absolut dreist und unverschämt von den Verursachern. Das ist wohl ein altbekanntes Problem, die einen sorgen für den Ärger und andere dürfen es glattbügeln. Und es bringt vermutlich nichts, sich über solche grundsätzlichen Dinge aufzuregen – aber trotzdem fehlt mir jedes Verständnis für so ein Verhalten. Es ist einfach eine grundsätzliche Frage von Rücksichtnahme, und es schockiert mich, wie egal jemandem einfach alles sein kann. Im eigenen Wohnzimmer oder in dem der Oma lässt man doch auch nicht alles liegen. Warum dann in der Natur? 

Text/Bild: Silke Nolopp