Pflege

Wie lässt es sich in Lingen studieren? Und wie sieht der Alltag eines Pflege-Studierenden aus? Diese und einige weitere Fragen hat wo-ist-eigentlich-lingen.de Vanessa Lücke gestellt. Sie studiert im vierten Semester dual Pflege und erzählt neben den Besonderheiten an ihrem Studium auch von ihrem Studentenleben.

wo-ist-eigentlich-lingen.de: Hallo Vanessa. Was hat dich gerade nach Lingen verschlagen und wie gefällt es dir hier?

Vanessa: Das besondere an Lingen ist, dass die drei Lernorte (Hochschule, Berufsfachschule, Praxislernort) sehr nah beieinander liegen. Das war mir persönlich sehr wichtig, so komme ich mit dem Fahrrad überall schnell hin. Außerdem ist der Weg nach Hause in der Nähe von Osnabrück schnell zu erreichen – wenn die Züge denn fahren. Nach meinem ersten Aufenthalt hier in Lingen, war ich begeistert von der Innenstadt und der Umgebung. Man hat hier fast alles direkt vor Ort, ob Shoppen im Lookentor, Joggen am Kanal, oder Bier trinken im Koschinski! Für den Auszug von Zuhause und das erste Studium eine perfekte Stadt würde ich sagen.

wo-ist-eigentlich-lingen.de:  Erzähl mal etwas über deinen typischen Tagesablauf: Aufstehen, die Zeit in der Uni, das Lernpensum, dein perfekter Freizeit-Ausgleich neben dem Studium…

Vanessa: Die Uni beginnt bei uns meistens um 8.15 Uhr. Unsere Veranstaltungen gehen mal bis 13.15 Uhr, mal bis 15.30 Uhr oder auch bis um 17.15 Uhr. Die Zeit hier ist super entspannt, viel eigenständiges Arbeiten oder Gruppenarbeit und eher wenige einseitige trockene Vorlesungen. In der Zeit neben der Uni lerne ich ehrlich gesagt eher wenig bis gar nicht. Die Hausarbeiten oder Prüfungstermine werden uns zu Beginn des Semesters bekanntgegeben und da bleiben häufig noch einige Wochen Zeit zum Lernen und Schreiben. Somit verbringe ich in den Uniphasen (die leider sehr kurz sind) viel Zeit mit Sport und meinen Freunden. Des Öfteren sind wir dann donnerstags im Koschi anzutreffen.

wo-ist-eigentlich-lingen.de:  Wie bist du generell auf den Studiengang „Pflege“ aufmerksam geworden?

Vanessa: Nach meiner Fachhochschulreife im Gesundheitswesen und vielen Praktika in diesem Bereich war mir relativ schnell klar, dass es für mich in diese Richtung geht. Über die Berufsberatung wurde mir dann der duale Studiengang im Bereich Pflege vorgeschlagen. Da dieser Studiengang gerade noch „im Kommen“ war und es wenige Erfahrungen dazu zu finden gab, schickte ich auf gut Glück ein paar Bewerbungen raus. Gerade dieser neue Ansatz im Bereich Pflege zu studieren, reizte mich und machte mich neugierig. Da die Probleme und Anforderungen im Pflegesystem immer weiter steigen und die Menschen immer älter und damit auch pflegebedürftig werden, ist dies ein sicherer Beruf mit Zukunft.

wo-ist-eigentlich-lingen.de: Was ist das Besondere an einem dualen Studium?

Vanessa: In einem dualen Studium hat man einen festen Praxislernort, bei dem man vertraglich angestellt ist. Dort absolviert man seine Ausbildung. Die praktische Erfahrung, die man in bis zu zehn Praxiseinsätzen (auch außerhalb seines Anstellungshauses) macht, sind besonders wichtig, um sich beruflich weiterzuentwickeln und einen Bereich zu finden, wo man sich seine zukünftige Arbeit vorstellen kann. Besonders in Praxisbegleitungen, die von Dozenten der Berufsfachschule durchgeführt werden, lerne ich immer mehr dazu und kann mich so fürs Examen vorbereiten. Nach vier Jahren haben wir somit eine Berufsausbildung und den Bachelor of Science in der Pflege in der Tasche. Dies ist der Unterschied zu einem Vollzeit-Studium – die praktische Erfahrung.

wo-ist-eigentlich-lingen.de: Beschreibe uns mal den typischen Pflege-Studierenden in 3 Worten!

Vanessa: Flexibel, einfühlsam und geduldig.

wo-ist-eigentlich-lingen.de: Was macht ein Pflege-Student neben dem Studium?

Vanessa: Drei aus unserem Studienjahr, unter anderem ich, sind im Mentorenprogramm der Hochschule und somit Ansprechpartner für die Erstsemester. Wir unterstützen diese beim Einstieg in ihr Studium und stehen ihnen für Fragen zur Verfügung. Außerdem organisieren wir Veranstaltungen, wie Semestereinstiegspartys etc.
Die Zeit für Nebenjobs fehlt den Dualen Studenten wahrscheinlich meistens - und „eigentlich“ dürfen wir auch keiner Nebenbeschäftigung nachgehen. 

wo-ist-eigentlich-lingen.de: Weißt du schon, wo du nach deinem Studium arbeiten kannst? Gibt es generell typische Arbeitsplätze für Pflege-Studenten?

Vanessa: Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Die ersten Pflegestudenten werden dieses Jahr in Lingen fertig mit ihrem Studium und wir sind alle gespannt, wo und wie sie eingesetzt werden. Ideen wären zum Beispiel, uns im Krankenhaus im Case Management einzusetzen. Das heißt, dass wir einen Klienten vom Anfang bis zum Ende seines Krankenhausaufenthaltes betreuen und als konkreter Ansprechpartner für ihn da sind. Eine weitere Idee würde in Richtung Beratungsstelle gehen, denn Beratung wird im Pflegealltag immer mehr Bedeutung geschenkt, allerdings ist dieser Aufgabenbereich noch nicht so weit verbreitet. Zeitmangel oder Unwissenheit sind dann oft die Ursache.

 

Wo sich Vanessa in zehn Jahren sieht, hat wo-ist-eigentlich-lingen.de ebenfalls gefragt. Das lässt sich die Pflege-Studentin allerdings noch ganz offen: Ob in der Palliativversorgung von Kindern oder im Ausland – mal schauen in welche Richtung es sie treibt.

Wir wünschen Vanessa für ihr weiteres Studium und für ihre berufliche Zukunft alles Gute. Vielleicht berichtet sie ja in ein paar Jahren in einem anderen Artikel, wo es sie hin verschlagen hat.

 

Text: Lena Höckerschmidt
Bild: Vanessa Lücke