Vier bis fünf Stunden – etwa so viel Zeit verbringt ein Viertsemester mit der Fachrichtung Ingenieurwesen von montags bis freitags in der Hochschule. Und womit beschäftigt sich jemand, der Wirtschaftsingenieurwesen oder besser gesagt „zu 70 Prozent BWL und zu 70 Prozent Maschinenbau“ studiert?
Um Mathe scheint es angesichts der Rechnung eher weniger zu gehen, tatsächlich spiegelt der Stundenplan allerdings genau dieses prozentuale Verhältnis wieder.


Die ersten 35 der 70 Prozent BWL machen sich bereits am Montagmorgen bemerkbar. Angefangen wird pünktlich um 08:15 Uhr mit Business English, einem Kurs, in dem man, wie Aaron es ausdrückt, „vor allem fachbezogene Vokabeln und ‚false friends‘ kennenlernt. Ähnlich wie damals in der Schule müssen wir außerdem ein Referat halten und als Prüfungsleistung eine Klausur am Ende des Semesters bewältigen.“ Bei einer Prüfungsleistung bleibt es in der Regel jedoch nicht, wenn man sich für die Studienrichtung Wirtschaftsingenieurwesen entscheidet.

WING Klein 1 Deshalb geht es auch am Dienstag gleich weiter mit der zweiten Komponente des Studiengangs und den ersten 35% Maschinenbau. „Fertigungs- und Werkzeugmaschinentechnik ist eigentlich zweigeteilt, und zwar in Vorlesung und Praktikum. In der Theorie lernen wir viel über die Beschichtung und das passende Material von Werkzeugen, in der Praxis drehen und fräsen wir Werkstücke, die unsere Professoren manchmal mitbringen“, erzählt mir Aaron. Und bei der recht überschaubaren Anzahl von knapp 40 Mitstudenten, ist natürlich auch das Verhältnis zu den Lehrenden ein anderes. „Zu vielen Dozenten kann man auch nach der Vorlesung noch hingehen, um seine Fragen loszuwerden. Die meisten reden mit uns auf Augenhöhe – auch wenn manche kleiner sind.“

WING Klein 2Von klein kann man allerdings nicht bei der nächsten Pflichtveranstaltung für die Viertsemester reden.
Die fehlenden 70 Prozent, davon 35 BWL und 35 Maschinenbau, werden mit dem Praxisprojekt abgedeckt. Für unseren Studenten heißt das: Tapetenwechsel! Denn an einem Tag in der Woche wird die Hochschule gegen ein örtliches Unternehmen eingetauscht. Direkt vor Ort und zusammen mit den Mitarbeitern, entwickeln die Studierende Maßnahmen zur Bewertung und Vermeidung von Risiken im Bereich Produktion. „Die Zeit, die wir im Betrieb verbringen dürfen, ist wirklich sehr spannend“ – und so überrascht auch die Zukunftsplanung von Aaron wohl kaum: „Ich könnte mir durchaus vorstellen, nach meinem Bachelor noch ein duales Masterstudium dranzuhängen. So kann ich weitere Berufserfahrung sammeln und nebenbei natürlich auch noch ein wenig Geld verdienen!“

Text/Bilder: Lena Czolbe
Interviewpartner: Aaron S.