Elektro- und Automatisierungstechnik ist ein dualer Studiengang am Campus Lingen, der sehr von Männern dominiert wird. Wo-ist-eigentlich-Lingen.de hat eine der wenigen E-Technik Studentinnen gefragt, was das Studium für sie so interessant macht.

FotoMarinaT1Stelle dich einmal kurz vor.

Marina: Ich bin Marina, 20 Jahre alt und studiere im vierten Semester dual Elektro- und Automatisierungstechnik (EAT) hier in Lingen. 

Was gefällt dir am Campus Lingen?

Marina: Vor allem die kleinen Studiengruppen und die gute Anbindung an die Bahn für Pendler. 

 

Wie sieht ein typischer Tagesablauf für dich aus?

Marina: Einen wirklich typischen Tagesablauf im dualen Studium gibt es nicht. Jeder Tag und jede Woche der Studienphase ist unterschiedlich. Das liegt daran, dass es keinen festen Wochenplan gibt. Meistens klingelt mein Wecker morgens um 07.15 Uhr, damit ich um 08.15 Uhr zur ersten Vorlesung antreten kann. Den richtigen Raum erkenne ich sofort daran, dass höchstens zwei Mädchen aber viele Jungs vor ihrem Laptop darin sitzen. Nach vier Blöcken Leistungselektronik, Programmierung, Schaltungsentwurf und Co. haben wir meist zwei Stunden Pause, dann weitere vier oder fünf Blöcke Digitaltechnik, Konstruktion technischer Baugruppen und ähnliches. Um 16.45 oder 17.45 Uhr ist die Hochschulzeit dann geschafft. Der Abend wird dann mit Wiederholung, Schwimmen, Freunden oder Inliner fahren verbracht. 

Wie du gerade schon gesagt hast, gibt es nicht viele Mädchen in deinem Studiengang.

Marina: Ja, das stimmt. Meistens ist das aber nicht so schlimm. Es ist in vielen Situationen einfach entspannter, weil es unter Mädchen schneller zu Zickereien kommt. Aber klar ist es auch schön mit Mädels zu reden, weil man da andere Themen hat. Unter so vielen Jungs muss man versuchen sich durchzusetzen und manchmal werden Mädchen unterschätzt. Aber man ist immer die, die mit Taschentüchern und Handcreme aushelfen kann. 

FotoMarinaT2Warum hast du dich gerade für diesen Studiengang entschieden?

Marina: Ich hatte schon immer technisches Interesse, wobei Physik und Mathe auch immer meine Lieblingsfächer waren. Nach einer Vorstellung des Instituts für duale Studiengänge an meiner alten Schule war mir klar: In Lingen EAT studieren - das wäre was für mich. Eine passende Firma habe ich dazu auch gefunden. Außerdem wird EAT immer gebraucht, da Strom ja überall ist. 

Was gefällt dir an dem dualen Studium und was nicht?

Marina: Was mir auf jeden Fall gefällt ist, dass ich Praxiserfahrung sammeln kann und auch im Unternehmen Verantwortung übernehme. Aber die zehn Wochen inklusive Klausuren an der Hochschule sind doch schon ganz schön hart. Auch die Praxistransferprojekte, von denen wir je Modul eins machen müssen, sind sehr aufwendig. 

Was kannst du später beruflich machen? 

Marina: Aktuell arbeite ich an der Hardwareentwicklung und erstelle Schaltpläne und darauf basierend Leiterplatten. Strom ist überall und so vielfältig sind auch die Möglichkeiten. 

Wem würdest du dieses Studium empfehlen? Was müsste der- oder diejenige mitbringen? 

Marina: Technisches und mathematisches Interesse sind wichtig. Auch wenn es ein EAT-Studium ist, gibt es oft die Möglichkeit oder die Pflicht, Informatik, Statistik, Maschinenbau und Chemiefächer zu belegen. Es ist also kein einfaches Studium. Man musss es wirklich wollen. Fleiß und Ehrgeiz sind Voraussetzung und man muss sich darauf einstellen, dass man nicht viel Freizeit hat. 

Vielen Dank für deine Zeit!

 

Text/Foto: Clara Gröninger

Interviewpartnerin: Marina T.