gutenmorgenlingen logo kolumne byJacquelineBosse kleinerBesser, schneller, weiter: Zu keiner anderen Jahreszeit erwarten wir so viel von uns wie in dem verschwommenen Raum-Zeit-Kontinuum zwischen Weihnachten und Silvester. Beflügelt von der besinnlichen Stimmung und dem ein oder anderen Glas Wein lassen wir das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren — was gut war, was schlecht war. Und alles, was nicht so lief, wie wir es uns vorgestellt hatten, setzen wir auf die Liste mit den Neujahrsvorsätzen. Und wie jedes Jahr geben wir uns selbst das Versprechen, sie dieses Jahr aber wirklich einzuhalten. 

Häufiger Sport machen, gesünder essen, viel mehr Zeit mit der Familie verbringen, ein Vorzeigestudent werden: 365 Tage Zeit, diese Versprechen einzulösen. Nur damit wir am Ende des Jahres merken, dass das Ganze doch ein wenig unrealistisch war. Dann nehmen wir unsere Vorsätze ins wiederum nächste Jahr mit, weil wir immer noch nicht zufrieden mit uns selbst sind. Vielleicht geben wir aber auch schon nach wenigen Wochen resigniert auf. Oder vergessen schlichtweg, was wir uns hochmotiviert selbst versprochen haben, gehen nicht mehr zum Sport und bestellen die erste Salamipizza. 

Was dagegen hilft? Realistisch bleiben. Und alles nicht allzu ernst zu nehmen. Müssen unsere Neujahrsvorsätze uns zwangsläufig zu besseren Menschen machen? Reicht es nicht auch, sich kleine Dinge vorzunehmen? Wir wäre es stattdessen, bis Dezember jede Sorte der Lieblingsschokolade zu probieren oder jede Woche zwanzig Minuten spazieren zu gehen? Und wer sagt eigentlich, dass unsere Vorsätze messbar sein müssen? Wir können uns doch genauso gut vornehmen, spontaner zu sein, uns treiben zu lassen, dankbarer für die kleinen Dinge zu sein oder uns nicht immer für Kleinigkeiten zu entschuldigen. Oder einfach, dass wir so bleiben, wie wir sind. 

 

Ich wünsche euch einen tollen Start ins neue Jahr und ein schönes 2018, eure Vicky