gutenmorgenlingen logo kolumne byJacquelineBosse kleiner

Viele verlassen ihr kuscheliges Nest nach dem Schulabschluss und wohnen zum ersten Mal alleine, in einer WG oder einem Studentenwohnheim. Anders als zuhause, muss nun Wäsche selbst gewaschen werden, der Kühlschrank füllt sich nicht mehr von allein und wenn man aus der Uni nach Hause kommt, steht nicht schon das Essen auf dem Tisch, wie die meisten es aus Schultagen kennen. Man muss außerdem lernen, mit dem Geld so zu haushalten, dass es auch den ganzen Monat für Essen reicht und liegt vielleicht mit der ersten Grippe allein im Bett, ohne von Mama versorgt zu werden. Was auf den ersten Blick traurig klingt bringt auch einige Vorteile mit sich und ist der erste Schritt in die richtge Richtung.

In den eigenen vier Wänden kann ich kommen und gehen wann ich will und ich kaufe und koche, worauf ich gerade eben Lust habe - auch wenn es eine Tiefkühlpizza ist. Statt zu warten bis sich genug gleichfarbige Wäsche gesammelt hat und irgendjemand zuhause endlich wäscht, kann ich waschen wann und was ich will. Nach meinem Auszug habe ich schon in den ersten Wochen gelernt, Verantwortung zu übernehmen und meinen Alltag zu organisieren. Ich kann jetzt wertzuschätzen, wie entspannt und einfach es zuhause doch manchmal war, aber auch wie viel Entscheidungsfreiheit das Leben allein mit sich bringt.

 

Nach dem Studium zurück ins Hotel Mama? Einmal ausgeflogen, wollen viele auch nicht mehr zurück. Sich abzukoppeln und alleine zu Leben ist ein wichtiger Schritt.  Natürlich kehrt der ein oder andere aus praktischen oder finanziellen Gründen vorübergehend noch einmal zurück, doch auf lange Sicht sehen wir uns doch alle nach unserem eigenen kleinen Reich. Selbst eingerichtet, mit eigenen Regeln, eigener Ordnung und einem wohligen Gefühl, angekommen zu sein.

 

Ich wünsche euch allen einen guten Start in die Semesterferien, eure Vici