Von Anwesenheitspflicht und dem fettesten Feature des Jahres

-  Ein Gespräch mit Bailey Ojiodu-Ambrose  -

 

IMG 20181210 180511Es ist ein Dienstagmorgen als ich Bailey in unserem Wohnzimmer in den Sandbergen treffe. Ich komme gerade von der Uni, Bailey überlegt gerade ob er in die Uni geht. Er entscheidet sich dagegen. Welch ein glücklicher Zufall und meine Chance endlich mal über Anwesenheit und Musik sprechen.

Bailey ist im fünften Semester. Auf die Frage, wie viele Veranstaltungen er dieses Semester im Stundenplan hat, ernte ich ein Lachen. „Na das fängt ja super an, so genau weiß ich das jetzt gar nicht.“ Mir fällt auf wie bescheuert die Frage ist. Ich weiß ja selber nicht mal wie viele ich dieses Semester habe. Aber ich scheine ihn neugierig gemacht zu haben. Mein Gegenüber zückt sein Telefon. Nach kurzer Pause verkündet er: „Ah warte ich hab´s. 1,2,3…7.“ Sieben Veranstaltungen stehen in seinem Stundenplan. Aber diese Zahl ist ja auch nur relativ, denn wie ich mich, meinen Gegenüber und auch die meisten anderen Studenten unseres Campus kenne, bedeuten sieben Veranstaltungen gar nichts. Denn es gibt schließlich nirgendwo eine Anwesenheitspflicht. Auf die Frage ob man eine einführen sollte, ernte ich nur ein süffisantes Lächeln. „Ich glaub schon das man öfters kommen würde. Aber der harte Kern würde sich davon wahrscheinlich auch nicht unterkriegen lassen. Außerdem würde das sowieso kaum Einfluss auf unsere Lernleistung haben. Denn so ein Zwang ist schon ein fetter Abturner! Aber wenn ich das so sage kling ich bestimmt wieder wie der letzte Asi.“ Ich finde nicht, dass er wie der letzte Asi klingt. Denn auch wenn nicht jeder das so ausdrücken würde, so denken doch viele so, wenn nicht sogar   alle. Sogar die dualen Studenten, aber die haben ihr Schicksal nun einmal selbst gewählt.

Wir verlassen das Wohnzimmer und wechseln mit dem Ort auch das Thema. Wir machen es uns auf der Lingener Riviera gemütlich. Der Ohrwurm kommt wieder durch. Dieses Mal aber mit einer anderen Liedzeile. Während sich Bailey eine Zigarette ansteckt, ertönt Schwesta Ewas „Sound auf den die Kanaks schwörn‘, ich mach‘ das deine Mama twerkt. Ein wahres Meisterwerk der deutschen Liedkunst!?. Aber was macht „Tabledance“ zum fettesten Feature des Jahres? „OK wo soll man da anfangen?“ Bevor Bailey ausholen kann wird unser Gespräch unterbrochen. Die Uni ruft. Irgendeine Videokonferenz. Es geht um einen ominösen holländischen Onlineshop. Nach einer Stunde skypen und einem Borrito geht es weiter.

„So erst einmal muss ich sagen, dass jedes Girl, das das Rap Game flext ne Ikone ist. Ich meine du musst dich erstmal gegen die ganzen Kerle durchsetzen. Und die Schwesta ist halt echt im Knast gewesen.“ Um diese These zu unterstreichen gibt es jetzt auch erstmal Tabledance auf voller Lautstärke und auch wenn das eigentlich nicht mein Jam ist, steckt sein Enthusiasmus mich wirklich an.

Es klingelt an der Tür. Spontaner Besuch von Alessa und Lisa. Damit endet unser Gespräch und wir widmen uns stattdessen den Bildern der letzten Schlachthof Party.

Ich bedanke mich bei Bailey für dieses Gespräche und verabschiede mich mit einem #freeEwa

Der Musiktipp für diese Folge ist Tabledance (ft. SXTN) und Schwesta Schwesta von Schwesta Ewa.

 

Text/Bild: Moritz Rohde