Tiger im Zoo

Tausende Wildtiere leben in Käfigen und Gehegen. Insbesondere in Großstädten sind diese Gehege und die Tiere in ihnen beliebte Ausflugsziele. In ganz Deutschland gibt es etwa 600 Zoos, Tier- und Wildparks. Alleine der Berliner Zoo wurde 2018 von etwa 3,5 Mio. Menschen besucht. Tierschützer bezeichnen die Haltung der Tiere jedochals Quälerei.

Löwen, Eisbären und Pinguine kennen die meisten von uns nur aus dem Zoo. Ich persönlich, habe einen Zoo seit der Grundschule nicht mehr betreten. Obwohl es heißt, dass die Tiere dort „artgerecht“ gehalten werden, bleibt für mich die Frage, wie artgerecht ein Käfig überhaupt sein kann. Wären die Wildtiere nicht in Freiheit besser aufgehoben?

Ein häufig genanntes Argument ist, dass der Zoo Artenschutz betreibt und deshalb notwendig ist. Allerdings können Tiere, die in Gefangenschaft aufwachsen, nicht ausgewildert werden, weil sie nicht mit ihren in der Wildnis lebenden Artgenossen zu vergleichen sind. Zootiere sind in freier Wildbahn kaum überlebensfähig, weil sie nicht gelernt haben sich durchzusetzen. Außerdem bedeutet Artenschutz leisten, dass man den natürlichen Lebensraum der Tiere schützt und nicht die Wildtiere gefangen hält.

Hinzufügen sollte man dennoch, dass es einige Zoos gibt, die gut geführte Zuchtprogramme mit dem Ziel der Auswilderung betreiben und somit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten. Auch große Naturschutzorganisationen wie zum Beispiel "World Wide Fund For Nature“ (WWF) kooperieren mit einigen Tierparks.

Doch wie geht es den Tieren im Zoo eigentlich? Wilde Tiere sind von ihrem Verhalten und ihrem Körperbau her darauf ausgerichtet, in der Wildnis zu leben. Tierschützer sagen, dass die Tiere in Gefangenschaft verkümmern. Grund dafür ist der immer gleiche Bewegungs- und Tagesablauf. Große Tiere wie Bären oder Wildkatzen benötigen viel Bewegung, da können die Gehege nicht groß genug sein. Insbesondere diese Tiere zeigen häufig Abnormitäten, wie etwa das Schwenken mit dem Kopf oder das pausenlose Hin- und Herlaufen. Einige Tiere, so Tierschützer, empfinden die Besuchermassen als störend und werden deshalb aggressiv. In extremen Fällen töten sie ihre Artgenossen oder verstümmeln sich selbst.

Eisbär Zoo von Jürgen Jenauer

Auch hier wieder: nicht jeder Zoo ist gleich. Einige versuchen, natürlich den Tieren ausreichend Platz zu geben und Beschäftigungsmöglichkeiten in den Gehegen anzubieten (zum Beispiel durch die Erschwerung des erreichens von Futter). Dennoch überwiegt in meinen Augen die Anzahl schlechter Zoos.

Oft wird behauptet, dass Kinder über Tiere am besten etwas im Zoo lernen. Zoo- Verantwortliche betonen gerne, dass der Tierpark die einzige Einrichtung sei, die gezielt viele Menschen an Umwelt- und Artenschutzthemen heranführt. Sieht man sich die Besucherzahlen an, mag es stimmen, dass viele Menschen zusammengeführt werden, dennoch kommen diese Besucher meiner Meinung nach in erster Linie, um einen schönen Tag zu verbringen und nicht, um etwas zu lernen. Im Zoo wird den Menschen kein realistisches Bild von Wildtieren vermittelt. Man kann keinen Wildkatzen beim Jagen zusehen, oder Affen dabei beobachten, wie sie durch Bäume klettern. Das einzige, was der Besucher sieht, ist ein Tier in einem Gehege, das sich nicht ansatzweise so verhalten kann, wie es sich in freier Wildbahn verhalten würde. Ich persönlich bevorzuge dann doch einen guten Dokumentarfilm.

Wie sieht es mit euch aus? Verbringt ihr gerne Zeit in einem Zoo oder macht ihr auch einen großen Bogen drum? Falls ihr weiterhin Tierparks besuchen möchtet, informiert euch über die jeweiligen Zoos, denn leider ist nicht jeder unterstützenswert.

 

 

 Text: Anastasia Stelmach

 Bilder: raubkatzenwelt, Jürgen Jenauer