Fernbeziehung 100 Kilometer, 200 Kilometer oder sogar 1.000 Kilometer. Ab wann gilt eine Beziehung eigentlich als Fernbeziehung? Eine festgelegte Distanz gibt es zur Begriffsdefinition natürlich nicht, denn die Definition der Ferne ist hierbei jedem selbst überlassen. Es geht nicht um die exakte Kilometerangabe, sondern darum, nicht jeden Abend zusammen einschlafen zu können, sich nicht einmal schnell auf einen Kaffee in der Stadt zu treffen oder am Donnerstag zum Kinostart des neuen Spiderman-Films nicht im Pärchensessel im Kino nebeneinander zu sitzen. Es sind die kleinen Dinge des Alltags, die einem bei einer Beziehung auf Distanz fehlen.

Es ist nicht immer alles schlecht

Allerdings muss eine Fernbeziehung nicht nur negativ sein. Sobald man erwähnt, dass man seine Freundin oder seinen Freund nur am Wochenende oder alle zwei bis drei Wochen sieht, ist die erste Reaktion anderer Menschen oft Mitleid. Doch eine Fernbeziehung macht die kurze Zeit, die man zusammen verbringt, wertvoller. Man plant die wenigen Tage Zweisamkeit genauer, nimmt sich etwas Besonderes vor und ist kurz vor der Ankunft am Bahnhof so aufgeregt, als wäre man noch 10 Jahre alt und würde gleich dem Weihnachtsmann höchstpersönlich begegnen. Man nimmt sich einfach viel bewusster Zeit füreinander.

Ein Hin und Her

Wenn man sich in einer Fernbeziehung befindet, ist man sich oft auch schnell in einer Zwickmühle, wenn es um Freundschaften geht. Man zieht in eine neue Stadt, wohnt das erste Mal allein oder in einer WG, der Freund oder die Freundin ist nicht da und man versucht Anschluss zu finden. Neue Leute kennenlernen, mit ihnen feiern gehen oder auch zusammen lernen. Es ist ein Balanceakt sowohl den Partner als auch die Freunde unter einen Hut zu bringen, denn man will ja niemanden vernachlässigen. Der Spruch „Ach, du bist am Wochenende schon wieder nicht da!?“ lässt sich dabei jedoch wohl nie ganz vermeiden.

Am Ende wird meistens alles gut

Auch wenn eine Beziehung auf Distanz immer mit viel Sehnsucht, verheulten Nächten und viel Planung verbunden ist, muss man für eine solche Art Beziehung nicht immer nur mitleidige Blicke ernten. Wie viele andere Sachen auch, hat eine Fernbeziehung sowohl gute als auch schlechte Seiten. Man muss einfach nur wissen, wie man damit am besten umgeht. Wenn beide Partner bereit sind, anstrengende Zugfahrten auf sich zu nehmen, auch mal über Skype zusammen in der Küche zu kochen oder vielleicht auch die ein oder andere Veranstaltung an der Uni für den Partner sausen zu lassen, dann lässt sich die Distanz aushalten. Denn wie auch in einer „normalen“ Beziehung muss man Kompromisse eingehen. In einer Fernbeziehung allerdings wohl ein paar mehr.

 

Bild/Text: Verena Vähning