Überall in den Medien wird über die Flüchtlingskrise berichtet. Jeder Mensch bekommt auf irgendeine Weise davon mit. Doch die Meisten urteilen ohne sich gezielt mit der Problematik, die zu der Krise geführt hat, auseinander zu setzen.


Anders ist das bei der 21-jährigen Lena Diesch. Sie kommt gebürtig aus Oberschwaben und studiert im 2. Semester Kommunikationsmanagement an der Hochschule Osnabrück am Campus Lingen. Schon 2015 engagierte sie sich ehrenamtlich, für eine Woche, in Rumänien, bei einem Hilfseinsatz für Roma Kinder. Neben ihrem Engagement im Asta-Team spielt sie gerne Volleyball, malt, liest oder wandert in ihrer Freizeit.

Ostern 2016 hat sie als freiwillige Helferin in einem Flüchtlingsheim in Grande-Synthe, Nordfrankreich mitgeholfen. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen baute doFlchtlig BILDvLenart Anfang 2016 Notunterkünfte für mehr als 2.500 Flüchtlinge. Die Unterbringung und sanitäre Versorgung der Menschen waren zuvor unzumutbar.

1. Wie bist du darauf gekommen? Ich habe einen Freund getroffen, der in Serbien bei der mobilen Flüchtlingshilfe mitgearbeitet hat. Als er mir davon erzählte, war ich sehr beeindruckt und mein Interesse mitzuhelfen wurde geweckt. Mehr Informationen fand ich auf Facebook in der Gruppe „Mobile Flüchtlingshilfe.“

2. Wie hast du dich finanziert?  Die Selbstbeteiligung lag bei 150 Euro und war durch die Unterstützung von Kommilitonen, Freunden und Familie schnell aufzubringen.
Flchtling Helfer
3. Wie war dein Eindruck von dem Camp? Da das Camp erst seit
zwei bis drei Wochen bestand, waren die Rahmenbedingungen sehr gut. Die Holzhütten und Sanitäranlagen entsprachen den europäischen Standards. Auch die Leute waren entspannt.


4. Wie hast du dort gelebt? Ich habe mit zehn Helfern in einem großen Armee Zelt geschlafen, die Sanitäranlagen haben wir uns mit den Flüchtlingen geteilt. Dazu muss man sagen, dass es sehr sauber war.

5. Was wareFlchtling lenan deine Aufgaben in der Zeit? Ich habe mich mit um das Essen gekümmert. Dabei haben wir uns an den Kulturen orientiert, oft gab es Reis mit Gemüse. Insgesamt verteilten wir 300 Essen morgens und 300 Essen abends. Auch habe ich mich aktiv an dem Bau eines Holzdaches beteiligt.

6. Warum hast du dich gerade für Frankreich entschieden? Da ich nur eine Woche Zeit hatte, wollte ich nicht so weit weg. Auch habe ich darauf geachtet, dass die Zustände in dem Camp nicht allzu schlecht, für meine erste Erfahrung in der Flüchtlingshilfe, sind. 

7. Würdest du gerne noch einmal mit der mobilen Flüchtlingshilfe unterwegs sein? Ja, vielleicht im Sommer. Das Helfen hat mir Spaß gemacht.

8. Was nimmst du von deinen Erfahrungen mit? Mir ist klar geworden, dass es auch mitten in Europa starkes Elend gibt und Hilfe benötigt wird. Insgesamt hat die Zeit meinen Horizont erweitert,

Flchtlinge Menschen

denn ich habe so einen ganz anderen Blickwinkel auf die Flüchtlingskrise bekommen können.


9. Wo kamen die meisten Flüchtlinge her? Die meisten waren kurdische Iraker.

10.Wie gingen die Flüchtlinge miteinander um? Es gab keine Konflikte während meines Aufenthaltes,  grundsätzlich herrschte Harmonie.

11. Auch wenn die Zustände in dem Camp Grande-Synthe nicht so schlecht waren, können die Flüchtlinge nicht für immer dort wohnen bleiben. Wie geht die Reise für sie weiter? Viele wollen nach England. Sie können englisch und einige haben dort Verwandte. Doch dahin zu kommen ist sehr schwer. Viele versuchen auf Trucks/Züge aufzuspringen oder lassen sich in Kühlwagen bei -20 Grad einschließen.

12. Hast du das GFlchting Holzhtteefühl, dass du richtig helfen konntest? Schwierige Frage, auf der einen Seite schon, aber auf der anderen Seite ist Flüchtlingshilfe so viel mehr, und ich war nur ein kleiner Teil davon.

13. Welcher war dein schönster Moment? Einmal haben wir mit den Kindern zusammen Pizza gebacken. Ihre strahlenden Gesichter verrieten, dass sie Spaß dabei hatten und wir sie für einen Augenblick von dem ganzen Elend ablenken konnten.

14. Bist du auch in Deutschland aktiv in der Flüchtlingshilfe? Ja bin ich, ich helfe mit bei  „Campus ohne Grenzen“. Es geht um die Integration von Flüchtlingen mit Gasthörerstatus. Wir  planen Kaffeetrinken mit Flüchtlingen, organisieren Partys und unterstützen sie, wenn sie Hilfe brauchen.


Flchtling Sonnenuntergang

Text: Gianna Marlena Hanel
Bilder: Lena Diesch