umzug klein sueDas erste Mal von Zuhause auszuziehen ist etwas ganz Besonderes und ein großer Schritt in die eigene Selbstständigkeit. Gerade aufgrund eines Studiums oder einer Ausbildung entschließen sich viele junge Menschen ihre Sachen zu packen und sich die ersten eigenen vier Wände zu suchen. Egal ob es schließlich eine eigene kleine Wohnung oder eine WG wird, man kann viele Sachen nun selbst bestimmen. Kochen und Einkaufen worauf man gerade Lust hat. Auch der Abwasch kann getrost mal zwei Tage warten – frei nach dem Motto: „Der Abwasch kann warten, das Leben nicht!“. Doch mit der Selbstständigkeit und den Freiheiten kommt vielleicht auch die ein oder andere kleine Herausforderungen bei der Wohnungssuche auf einen zu. Hier einige Tipps und Trick, wenn es heißt „Schluss mit Hotel Mama!“:

 

1. Die wohl wichtigste Frage, die man sich zu Beginn der Wohnungssuche stellen muss: Möchte ich lieber alleine oder mit mehreren Menschen in einer WG wohnen? Denn nicht jeder möchte mit Menschen zusammenleben, die er meist gar nicht kennt.

2. Die Wohnungssuche: Wie groß soll mein Zimmer oder meine Wohnung sein? Wie viel Geld habe ich im Monat zur Verfügung? Was bin ich bereit für ein Zimmer oder eine Wohnung zu bezahlen? Ist mir eine Terrasse, ein Balkon oder ein Garten wichtig? Habe ich ein Haustier? Wie hoch sind die Nebenkosten und brauche ich einen separaten Stellplatz für mein Auto? All dies sind wichtige Fragen über die man erst einmal grünlich nachdenken muss, bevor man sich auf die Suche nach den ersten eigenen vier Wänden macht, denn so kann man Wohnungsanzeigen direkt für passend befinden oder aussortieren.

3. Die Wohnungsbesichtigung: Bei der Besichtigung des potentiellen neuen Zuhauses sollte man alles Relevante erfragen. Werden kleine Mängel beseitigt? Streicht der Vormieter die Wohnung bzw. das Zimmer oder muss man es selbst machen? Genau so wichtig ist allerdings auch sich selbst klar zu werden, ob die Wohnung auch zu einem selbst passt, den Vorstellungen entspricht und ggf. die potentiellen Mitbewohner sympathisch sind.

4. Der Mietvertrag: Perfekte Bleibe gefunden? Dann folgt nun die Unterschrift auf dem Mietvertrag. Hier solltest du alle Informationen rund um Kaution, Kündigungsfrist und vieles Weitere finden.

5. Die Wohnungsübergabe: Wie viele Schlüssel gibt es für die Wohnung oder das Zimmer? Wie lauten die Zählerstände von Strom und Gas? Gibt es noch kleine oder große Mängel? All diese Dinge werden in einem Wohnungsübergabeprotokoll festgehalten. So kann sichergestellt werden, dass du beim Auszug nicht für Mängel belangt werden kannst, die bereits beim Einzug da waren.

6. Die Finanzierung: Eine eigene Wohnung oder ein WG-Zimmer kann unter Umständen schwer in der Tasche liegen, welche finanziellen Unterstützungen gibt es? Es gibt viele verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten - z. B. Bafög, BAB oder Wohngeld. Informiere dich ausführlich über sie und wäge ab, was am besten für dich ist und welche Unterstützung du bekommen könntest, denn z. B. Bafög ist oft vom Gehalt der Eltern abhängig.

7. Ikea und Co: Bevor der Umzug starken kann, gibt es noch einige Frage zu klären: Wie sind meine neuen vier Wände ausgestattet? Konnte ich Möbel übernehmen oder brauche ich neue? Welche Haushaltsgeräte und Küchenutensilien sind mir wichtig? Kaffeemaschine? Minibackofen? Toaster?

8. Der Umzug: Mit ein paar tatkräftigen Freunden und/oder Verwandten kann ein Umzug schnell fertig sein. Wichtig ist nur die Helfer auch frühzeitig um ihre Mithilfe zu bitten und alle Sachen bis zum Umzugstag einzupacken, denn Umzugshelfer wollen dein Hab und Gut in die neue Wohnung tragen und nicht noch deine privaten Gegenstände in Umzugskisten sortieren.

9. Bürokratie: Auch beim Auszug bleibt einem der allseits geliebte Papierkram nicht erspart. In den ersten zwei Wochen musst du dich beim Einwohnermeldeamt ummelden oder deinen 2. Wohnsitz beantragen. Was brauche ich dafür? Personalausweis und Wohnungsgeberbescheinigung des Vermieters. Auch ein Nachsendeantrag für die Post ist sehr hilfreich, da viele vielleicht noch nichts von deinem Umzug wissen. So bekommst du auch weiterhin noch deine Post, die an deine alte Adresse geschickt wird. Und dann ist da noch die Rundfunkgebühr. Jede Wohnung ist dazu verpflichtet Rundfunkgebühren zu zahlen. WGs können sich die Gebühren unter einander aufteilen und diejenigen, die Bafög bekommen, werden sogar ganz davon befreit.

 

Alles ausgepackt, dekoriert und einsortiert? Jetzt heißt es: Schluss mit Hotel Mama und viel Spaß in den ersten eigenen vier Wänden!

 

Text: Sue Wiesrecker

Bild: pixabay