IMG 2577 InterviewKimWo soll ich nur mein Praktikum machen? Lieber zuerst in einer Agentur, oder möchte ich doch den Alltag in einem großen Unternehmen kennen lernen? Diese Fragen stellen sich viele Studenten jedes Semester auf´s Neue. Ein Interview mit Kim Dellinger über das Praktikum beim Unternehmen Nestlé soll Orientierunghilfe geben.

Kim Nele Dellinger studiert mittlerweile im vierten Semester Kommunikationsmanagement an der Hochschule Osnabrück und absolvierte ihr erstes 12 wöchiges Pflichtpraktikum im Sommer 2017 in dem Unternehmen Nestlé am Standort Frankfurt.

Ich durfte ihr darüber einige Fragen stellen, die hoffentlich ein wenig mehr Licht ins Dunkel des Themas Praktikum bringen. 

 

 Was hat dich dazu bewogen das Praktikum bei Nestlé zu machen?

 „Von Anfang an wollte ich gerne ein großes Unternehmen kennen lernen und dort ein Praktikum machen. Dabei war mir wichtig, dass ich mich mit den dort produzierten oder vertriebenen Produkten/Geräten/Dienstleistungen irgendwie identifizieren kann. Auf der Suche nach einer passenden Stelle, ist mir dann Nestlé über den Weg gelaufen. Und ich meine, mit was, wenn nicht mit Lebensmitteln, wie Schokolade oder Pizza konnte ich mich besser identifizieren... „

 

Was waren deine Aufgabenfelder, beziehungweise Tätigkeiten während deiner Zeit in dem Unternehmen?

 „Als Praktikantin in der Corporate Communications Abteilung wurde ich in alle Tätigkeiten der externen Kommunikation von Nestlé Deutschland mit einbezogen. Dabei ging es von klassischer Marken-PR Arbeit für Smarties, After Eight & Co, der kreativen Konzept-Entwicklung für Produktlinien, über die Content-Gestaltung für die Social Media-Kanäle bis hin zur Mitorganisation einer großen Pressekonferenz zur Digitalstrategie von Nestlé Deutschland.“

 

Wie waren für dich die ersten Tage im Unternehmen? Wurdest du gut eingearbeitet, wie hast du dich dabei gefühlt?

 „Ich wurde am ersten Tag zunächst mit ein paar anderen Praktikanten in das Unternehmen eingeführt. Das war klasse, da ich so direkt ein paar Leute in meinem Alter kennen lernen konnte. Nach der Einführung ging es dann in die Abteilung. Bei mir war die Praktikantin, die meine Stelle vorher besetze, noch für eine Woche da, um mich mit einzuarbeiten. Das half mir sehr, mich zurechtzufinden und auch mal blöde Fragen stellen zu können.“

 

 Nestlé ist ein sehr umstrittenes Unternehmen, das häufig in der Kritik der Öffentlichkeit steht. Hast du während deines Praktikum darüber etwas mitbekommen?

 „Ich habe in der externen Kommunikationsabteilung gearbeitet, die für die Pressearbeit zuständig ist. Sagen wir es so: Ja, denn bei dem weltgrößte Nahrungsmittelkonzern ist Krisen-Kommunikation Alltag.“

  

Wurdest du, obwohl du „nur“ Praktikantin warst, auch als vollwertiges Mitglied des Unternehmens akzeptiert? 

 „Nestlé beschäftigt über 10.000 Mitarbeiter und davon sind in der Zentrale in Frankfurt ca. 80 Praktikanten. Dadurch gibt es eine gewisse Routine und auch wichtige Aufgaben, die fest von den Praktikanten übernommen werden. Allerdings ist man eben „nur“ ein Praktikant, was in meinen Augen nicht einmal negativ sein muss, sondern auch seine Vorteile mit sich bringt.“

 

Gibt es Momente oder Erfahrungen die dir immer in Erinnerung bleiben werden?

 „Besonders der große Medien-Workshop zur Digitalisierung bei Nestlé war eine große Erfahrung, bei der ich viel lernen konnte. Bei der Pressekonferenz wurden die Journalisten auf den Nestlé-Campus nach Frankfurt eingeladen, um dort an verschiedenen Stationen wie dem Digital Center, dem sprechenden Roboter oder der Küche der Zukunft viele neue Eindrücke zu bekommen.

Vor allem der im Studium oft erwähnt und für sehr wichtig befundene enge Kontakt von Kommunikationsabteilung und Führung wurde dort sehr deutlich.“ 

 

Nach deinem Praktikum kannst du es jetzt besser einschätzen und vielleicht den Erstis oder auch den viert Semestern einen Tipp geben: Ist Nestlé als Praktikantenstelle zu empfehlen?

 „Nestlé ist ein riesiges Unternehmen, in dem man viel lernen und mitnehmen kann. Wenn man also gerne einen großen Konzern kennenlernen möchte, dann würde ich es empfehlen. Abgesehen von der Abteilung, war es für mich einfach eine Bereicherung die Strukturen und Vorgehensweisen eines Unternehmens dieser Größe besser kennen zu lernen. Also eine Erfahrung ist es wert, ob ich so später langfristig arbeiten möchte, ist allerdings eine andere Frage. Schulnote: 2+“

 

Das klingt schon einmal alles sehr aufregend und spannend. Vielleicht konnte es den zukünftigen Kommunikationsmanagern und Praktikumssuchenden ein wenig auf die Sprünge helfen, den Schritt in ein großes Unternehmen wie Nestlé zu wagen.  

Vielen Dank für deine Zeit! 

 

Text: Vivien-Marie Wächter 

Bild: Kim Nele Dellinger