Flo Schlüter

Florian Schlüter studiert im 4. Semester Kommunikationsmanagement und hat seine erste Praxisphase in einer Agentur in Münster absolviert. Ich durfte mich mit ihm unterhalten und habe nachgehakt. Was er dort gemacht hat, ob die ersten zwei Semester hilfreich für die Praxisphase waren und mehr, erzählt er uns im Interview.

 

1. Florian, wo hast du dein Praktikum gemacht?

"Ich habe mein Praktikum bei der "lege artis GmbH" in Münster gemacht. Das ist eine Gesellschaft für Publizistik, Kommunikation und Beratung im Gesundheitssektor. Lege artis kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „nach allen Regeln der Kunst“. Übrigens wurde die Agentur von Professor Dr. Baum, der Seniorpartner dort ist, zusammen mit der Geschäftsführerin Corinna Bischof gegründet."

 

2. Was waren deine Aufgaben?

"Mein Aufgabenbereich erstreckte sich von der Verteilerpflege, also das Einpflegen von Kontakten, über das Transkribieren von Interviews bis hin zum Texten für Online Webseiten von Pharmakonzernen und onkologischen Praxen. Außerdem durfte ich eine Fotokampagne für ein Krankenhaus erstellen, bei der ich zum Beispiel Slogans entwerfen und die Werte und Einstellung des Krankenhauses (in diesem Fall mit kirchlichem Hintergrund) durch Bilder vermitteln sollte. Sehr häufig habe ich auch Recherchearbeit betrieben. Wir hatten beispielsweise eine Studie bezüglich Angehörigenkommunikation, zu der ich die Recherche übernommen habe. Ich habe also potenzielle Befragungspartner gesucht und gefiltert, Informationen gesammelt und auch an einigen Sitzungen zu dem Thema teilgenommen. Da die Studie von null gestartet ist, war dies eine ziemlich große Aufgabe. Eine weitere sehr große und interessante Aufgabe war die Hintergrundrecherche für einen eventuellen Krisenfall in einem Krankenhaus."

 

3. Was hat dir am meisten Spaß gemacht bzw. dich besonders interessiert?

"Am spannendsten fand ich eindeutig die Hintergrundrecherche zu dem potenziellen Krisenfall. Es ging darum, dass ein Krankenhaus eine Abteilung schließen und mit einer anderen zusammenlegen sollte. Dies führt natürlich schnell zu Diskussionen und kann leicht in einer Krise enden. Deswegen ist eine gute Recherche sehr wichtig: Wo ist das schon einmal vorgekommen? Welche Statements gibt es dazu von Politikern etc.? Wie lässt sich die Entscheidung am besten begründen und vermarkten? Das sind alles Fragen, die man im Voraus beantworten muss.

Aber auch das Texten für die verschiedenen Online-Webseiten hat mir viel Spaß gemacht, da ich sehr viel über Wording gelernt habe und von einer unglaublich talentierten Schreiberin angeleitet wurde."

 

4. Konntest du die Inhalte aus dem Studium anwenden und haben dir die vorherigen Semester geholfen?

"Ja, das konnte ich. Vor allem Pressearbeit bei Frau Dr. Kirchhoff im zweiten Semester habe ich gebraucht und dies wurde auch im Verlauf des Praktikums noch weiter sensibilisiert. Auch Konzeption war besonders im Bezug auf die Fotokampagne und das Erstellen von Slogans sehr hilfreich und ebenso wurde das journalistische Schreiben durch mein Praktikum vertieft und verbessert. Die ersten beiden Semester des Studiums haben mir also auf jeden Fall die Grundwerkzeuge vermittelt. Allerdings war eine Vertiefung im Praktikum notwendig, da es vor allem in der sensilblen Gesundheitsbranche auf jede kleinste Formulierung ankommt."

 

5. Und jetzt andersherum: Was hat dir das Praktikum gebracht? Sind die praktische Erfahrung und die Inhalte des Praktikums für das weitere Studium hilfreich?

"Natürlich ist praktische Erfahrung immer wichtig und speziell mein Praktikum bei "lege artis" wäre sehr hilfreich im redaktionellen Bereich gewesen. Allerdings habe ich meinen Schwerpunkt im dritten Semester auf Konzeption gelegt. Daher konnte ich nicht immer alle Inhalte des Praktikums anwenden, aber es hat mir auf jeden Fall geholfen, ein breites Spektrum an Fähigkeiten anzulegen."

 

6. Würdest du ein Praktikum bei „lege artis“ weiterempfehlen?

"Ich würde ein Praktikum bei "lege artis" definitiv weiterempfehlen, wenn dich das Thema der Gesundheitskommunikation interessiert. Aber auch für Leute, die sich nicht speziell für den Gesundheitssektor interessieren und eine Agentur suchen die beratungstechnisch und redaktionell gut aufgestellt ist, ist "lege artis" eine gute Anlaufstelle. Wenn man in der Praxisphase vor allem Kampagnenerstellung und konzeptionelle Arbeit machen möchte, würde ich das Praktikum jedoch eher in einer anderen Agentur absolvieren."

 

7. Möchtest du auch später in diesem Bereich arbeiten?

"Ich persönlich fand das Thema sehr interssant, besonders die Zusammenarbeit mit Pharmakonzernen. Da die Krisenkommunikation in dem Bereich ein sensibles Thema ist, ist die Arbeit umso spannender. Ob ich später auch in diesem Bereich arbeiten möchte, ist noch offen. Aber ich möchte nach dem Bachelorstudium unbedingt noch eine Vertiefung machen, um mich zu spezialisieren."

 

8. Und zuletzt: Beschreibe dein Praktikum mit drei Adjektiven.

"Offenbarend (für den späteren Berufsweg)

Herausfordernd (vor allem in Bezug auf redaktionelle Tätigkeiten)

Sensibilisiert (da es sich um die Gesundheitsbranche handelte)"

 

Vielen Dank für deine Zeit!

 

 

Text: Annalena Präger

Bild: Florian Schlüter