WestfalischesPferdestammbuchMein Name ist Antonia und ich studiere im vierten Semster Kommunikationsmanagement in Lingen. Bereits ziemlich zu Beginn meines Studiums stellte ich mir die schwere Frage, wo das Pflichtpraktikum absolvieren, das nach dem zweiten Semster ansteht? 

Durch meine vier Pferde und einige andere Verpflichtungen bin ich sowohl örtlich als auch zeitlich ziemlich eingeschränkt und deshalb kam es für mich nicht in Frage, für ein Praktikum in eine andere Stadt zu ziehen. Im Umkreis von Lingen gibt es allerdings nicht allzu viele Möglichkeiten, ein Praktikum im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und PR zu absolvieren. Am Telefon wurde mir oft gesagt, es sei einfach die falsche Jahreszeit, viele Mitarbeiter seien im Sommerurlaub und deshalb wäre es genau zu dem Zeitpunkt nicht möglich, Praktikanten zu betreuen. 

Als zweiter Punkt kam hinzu, dass es mir wichtig ist, ein Praktikum in einem Bereich zu machen, der mich wirklich interessiert. Ich könnte mir nicht vorstellen, für ein Unternehmen zu arbeiten, mit dem ich mich nicht identifizieren kann. 

Schon immer dominierte mein Hobby mein Leben und ich verbringe meine Freizeit nahezu ausschließlich am Stall. Nach meinem Abitur habe ich zunächst knapp zwei Jahre als Berufsreiterin gearbeitet und verdiene auch damit heute neben dem Studium mein Geld. Also lag es nahe, auch in diesem Bereich ein Praktikum zu absolvieren. 

Nun gab es verschiedene Möglichkeiten; 1. Den Hannoveraner Verband in Verden, der einer der größten Pferdezuchtverbände weltweit ist, 2. Die FN, also die Deutsche Reiterliche Vereinigung, quasi der DFB des Reitsports und 3. Das westfälische Pferdestammbuch in Münster. Möglichkeiten eins und zwei hätten mich zwar thematisch sehr interessiert, fielen aber aufgrund der Entfernung leider raus. 

Also rief ich in Münster an und verschickte meine Bewerbungsunterlagen. Nach einem sehr netten Bewerbungsgespräch erhielt ich schließlich die Zusage. 

Ich war die erste Praktikantin dort, die Kommunikatiosmanagement studiert. Dementsprechend viele Fragen hatte ich zu meinem Studiengang und zu meinen gewünschten Tätigkeiten zu beantworten, auf die aber auch gut eingegangen wurde. AAEastLondon

In dem kleinen und sehr netten Team wurde ich vom ersten Tag an toll empfangen und auch mein Chef war wirklich sehr nett und stand mir bei allen Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Insgesamt hatte ich auch in meiner täglichen Arbeit sehr viele Freiheiten und mir wurde in keinster Weise Druck gemacht. Ich verfasste beispielsweise mehrere Texte für die Zeitschrift "Reiter und Pferde", die wichtigste Pferdezeitschrift in Westfalen und durfte mit auf die verschiedensten Veranstaltungen. So war ich beispielsweise im August auf der Weltmeisterschaft der Jungen Dressurpferde in den Niederlanden und managete dort den Stand des Pferdestammbuchs fast alleine. 

Alles in Allem hatte ich eine wirklich schöne und auch spannende Zeit beim westfälischen Pferdestammbuch und habe viele, auch bekannte, Persönlichkeiten kennengelernt. Ich hatte zwar während des Praktikums keinen absoluten "PR-Profi" an meiner Seite, aber ich denke, ich konnte dennoch viel lernen. Für jemanden, den das Thema Pferd wirklich interessiert, würde ich ein Praktikum dort auf jeden Fall empfehlen! 
Und auch in diesem Sommer geht es für mich wieder in Richtung Tier - dieses mal allerdings in den Tierpark Nordhorn.

Text/Bild: Antonia Holtmann