Der Punk Rock Shock in Lingen – Butterwegge heizt auf

Am 03.05. brach in Lingen einmal wieder der Punk aus. Im Alten Schlachthof fand der Punk Rock Shock mit Butterwegge als Headliner statt. Mit viel Emotionen, Spaß und Sozialkritik war die rund fünf Stunden lange Veranstaltung eine Freude für alle, die Punk oder Rock hören. Wie der Abend war, exklusive Einblicke zum Hauptact Butterwegge und vieles mehr erfahrt ihr in diesem Artikel.


Der Abend ist offiziell um 19 Uhr gestartet. Jedoch haben die Veranstalter bereits ab 17:30 Uhr ein Grillzelt zur Verfügung gestellt, bei dem man sich bereits früh mit allerlei Grillfleisch und Gemüse versorgen konnte. In jener Zeit habe ich mit dem Headliner des Abends ein Interview geführt, welches mich tiefer in die Band hineinblicken ließ.

Die Punker im Interview

Wer ist Butterwegge?

Butterwegge ist eine Band, die aus dem Soloprojekt von Carsten Butterwegge (auch „Der Butterwegge“) entstanden ist. Mittlerweile besteht die Punkbesetzung aus drei Männern und drei Frauen. Sowie aus allen möglichen Altersschichten. Dies war zwar keine Voraussetzung, hat sich aber ergeben und funktioniert gut, so die Band.

Warum spielt ihr Punkmusik?

Ein Grund für den Stil der Band ist die Attitüde und der Lebensstil des Punks. Ohne groß nachzudenken, das zu sagen, was man denkt. Außerdem haben die Bandmitglieder bereits alle in ihrer Vergangenheit etwas mit Punk zu tun gehabt, oder hören die Musik noch immer aktiv. Des Weiteren geht der Gruppe der sozialkritische Aspekt des Punks sehr nahe.

„Es gibt Menschen, die nicht soviel Spaß haben wie wir und denen wollen wir ein Gehör verleihen“ – Carsten Butterwegge im Interview

Die Texte der Band sind zudem die Gedanken, die Carsten quälen und wachhalten. Er muss das irgendwo herauslassen und ist froh darüber, wenn er damit auch anderen Menschen mit diesen Gedanken helfen kann. Man solle sich nicht mit seinen sozialkritischen Gedanken alleine fühlen. Aber bei all der Kritik soll der Spaß nicht fehlen. Tanzen, singen und Spaß haben sei ein wichtiger Aspekt des Punks.

Wie kommt es das ihr beim Punk Rock Shock spielt?

Nachdem „Der Butterwegge“ bereits einmal als Soloprojekt in Lingen gespielt hat, wollten die Veranstalter auch irgendwann etwas mit der Band Butterwegge machen. Nach ein wenig hin und her kam dann die Idee, die Band als Headliner des Punk Rock Shock einzusetzen.

Was macht Butterwegge live aus?

Neben einer großen Menge Energie und Spaß auf der Bühne gibt es einen weiteren Aspekt, den die Künstler hervorheben. Die Band ist eine so diverse Truppe, die auf der Bühne zu einem geschlossenem Konstrukt wird. Dabei werden die Leute da abgeholt, wo sie sind und unterhalten. Es werden immer wieder schwierige Themen angesprochen, mit denen sich die Zuschauer auch schonmal beschäftigt haben und sich somit mit den Texten identifizieren können. Weiterhin werden diese schwierigen Themen immer wieder mit Spaß im Wechsel präsentiert. Es sei einfach ein gemeinsames Feiern und Spaß haben, während man an jene denkt, die das leider nicht können.


Lasst den Punk Rock Shock beginnen

LAUF!! und The Hawaiians eröffnen

Den Beginn des Abends haben die Bands LAUF!! und The Hawaiians gemacht. Beide haben ihre ganz eigene Weiße Punk zu spielen. Bei LAUF!! handelt es sich um zwei Freunde, die auf der Bühne stehen und bis auf die Gitarre alle Instrumente digital erzeugen. Bei The Hawaiians geht es um hawaiianischen Punk Rock, wie man am Namen schon erkennt. Das klingt zwar befremdlich, hat den rund 160 Besuchern aber ordentlich Spaß gemacht. Wie auch schon bei LAUF!! spielen sie eher unpolitischen Punk, der einfach Spaß machen soll. Mit Hawaii-Hemden, Sonnenbrillen und kurzen Hosen passen die Outfits von The Hawaiians perfekt in den Sommer. Auch haben beide Bands durch ein wenig Comedy die Masse bereits früh abgeholt und für den weiteren Abend vorbereitet.

LAUF!! eröffnen den Abend
The Hawaiians legen nach

Civil Courage vertritt das Emsland

Civil Courage ist eine vor 32 Jahren gegründete Punkgruppe aus dem Emsland. Bereits viele Male spielten sie in unserer Umgebung und es werden noch viele Male kommen. Nachdem bereits rund 2 Stunden vorüber waren, starteten Civil Courage in ihren Auftritt. Bereits von Anfang an hatten sie eine ausgelassene Stimmung im Alten Schlachthof. Das natürlich auch, da die Band den meisten Besuchern bereits bekannt war. Weiterhin haben sie mit viel Energie das Publikum immer weiter aufgeheizt, sodass sich die ersten kleineren Mosh-Pits bildeten, die zu einem Punk Konzert einfach dazugehören. Bei Civil Courage ging es nun auch in eine politisch-gesellschaftliche Richtung der Texte. Dabei, wie es sich für Punk gehört, alles aus linkspolitischer Sicht und volle Kraft gegen konservativ, bürgerlich, rechts eingesessene und natürlich gegen Nazis. Das kam bei dem Publikum sehr gut an und die Stimmung wurde immer mehr zu einer Feierlaune.

Butterwegge als Headliner des Abends

Der Auftritt von Butterwegge lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Alle drehen durch! Das ist außerdem der Titel des kürzlich erschienen Albums und auch der erste Song des Konzerts. Mich hat es doch erstaunt, dass viele den Headliner vorher nicht kannten oder vorher nicht einmal hineingehört haben. Somit sind viele neutral in den Auftritt. Schon nach kurzer Zeit wurde es im Schlachthof voller und eng. Das auch, wegen der Mosh-Pits vor der Bühne, die viel Platz eingenommen haben. Des Weiteren habe ich nicht damit gerechnet, dass ich jemals auf einem Rock/Punk Konzert live eine Posaune sehen würde. Da Butterwegge jedoch auch Ska-Punk Einflüsse hat, war dies eine frische Überraschung.

Wie es sich für ein Punk-Konzert gehört, gab es auch nicht genug linkspolitische Reden und Aussagen. Somit wurde fast jeder Song mit solch einer eingeläutet. Und das hat auch auf die Stimmung der Crowd eingewirkt. Immer wenn stark politisch-gesellschaftliche Songs gespielt wurden, sind die Zuschauer mehr abgegangen, bis irgendwann der ganze Saal am Tanzen, moshen und feiern war. Die Texte von Butterwegge sind auch bis auf wenige Ausnahmen alle politisch ausgerichtet. Gegen alles, was den Frieden der Gesellschaft stört. Von Populisten, Neonazis, politische Extremisten, kapitalistische Machthaber und viele weitere. Aber auch Themen wie Depression und Einsamkeit werden von der Punk Combo behandelt.

Abschließend lässt sich zum Punk Rock Shock eines sagen. Auch wenn es nicht das größte Konzert in Lingen ist und die Bands vielleicht nicht die Bekanntesten, ist die Stimmung beim Punk Rock Shock fantastisch. Man trifft auf eine Vielzahl an unglaublich freundlichen und linksliberalen Menschen. Ich habe an dem Abend einige neue Menschen kennengelernt und hatte viel Spaß mit den Bands und der Musik.



Zwar ist der Abend vorbei, aber der nächste steht schon in den Startlöchern! Jedoch gibt es bis dahin in Lingen eine Menge zu erkunden. Wenn ihr noch mehr über Events in Lingen lesen wollt, dann schaut doch mal hier vorbei!

– alle Informationen stammen aus dem geführten Interview und eigenen Erfahrungen –

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