Von der Liebe zu Gangsterfilmen…

Von der Liebe zu Gangsterfilmen…
Wie sicher einige von euch mitbekommen haben, gelang es am 01. Juli einem Häftling aus dem Gefängnis von Réau,Paris, zu fliehen. Dem in Frankreich prominenten Schwerverbrecher Rédoine Faïd gelang diese Flucht mit einem Hubschrauber und der Hilfe zweier bewaffneter Komplizen. Im Gefängnis   wurde niemand verletzt oder als Geisel genommen. Doch wieder Erwarten scheint die Berichterstattung mehr anerkennend als warnend zu sein. Der wegen Bankraub undMord an einer Polizistin Verurteilte wird kaum als Gefahr betrachtet, sondern, so scheint es jedenfalls, für seinen bereits zweiten beeindruckenden Ausbruch bewundert. Ich muss zugeben, auch ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen, als ich von der Hubschrauberflucht im Radio hörte — denn mal ehrlich, ein Hubschrauber der auf dem Gefängnisinnenhof landet, ein Kommando, dass den Besucherraum stürmt, wie kann ein solcher Plan in einem bestens überwachten Gefängnis aufgehen?
Die Flucht Faïds wird in der Tagesschau als „spektakulär\“ beschrieben. Und auch in der französischen Zeitung Le Monde ist von der „neuen Geschichte einer spektakulären Flucht des Räubers Rédoine Faïd\“ die Rede. Faïd wird — wieder von der Tagesschau — als „filmreifer Gangster\“ und von der Süddeutschen Zeitung als „Ausbrecherkönig\“ bezeichnet.
Der Fokus liegt in jeglicher Berichterstattung nicht auf der Großfahndung, die nach der Flucht gestartet wurde, sondern auf Faïds Geschichte, seinem ersten Ausbruch und seiner Gangsterkarriere, über die der Bankräuber sogar ein Buch schrieb. Von Hollywoodfilmen inspiriert wird Faïd dank der Berichterstattung zu seiner Fluchtim April 2013 und im Juli 2018 nochmal selbst zum Star. Wer sich in der Actionfilm-Szene bewegt weiß, dass es für solche Ausbrüche mehr als genug kreative Vorlagen gibt. Da bleibt zum Schluss nur zu sagen: Wer etwas möchte, der findet einen Weg!
 
Ich wünsche euch noch ein paar schöne Sommertage, eure Vici
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