Von Hochschulsport und dem Kauf eines Föhns

Von Hochschulsport und dem Kauf eines Föhns
Ich treffe Kimii an einem der letzten warmen Oktoberabende vor dem Campus. Die Fachschaft und der Asta veranstalten heute ein Flunkie-Ball-Turnier und so ist es für mich der perfekte Anlass um mich mit Kimii über das Thema Hochschulsport zu unterhalten. Kimii ist begeisterte Handballerin und leitet dieses Jahr eine Handball-AG am Campus. Doch bevor wir überhaupt zum Thema kommen werden wir abgelenkt. Franzi kommt strahlend auf uns zu und fragt ob wir uns schon fürs Turnier angemeldet haben. Wir verneinen. Kimii sogar etwas stärker als ich, denn laut eigener Aussage ist sie nur hier, weil ich sie zum Gespräch gebeten hätte. Aber spätestens als Flo auftaucht ist alles vorbei. Er ist auf der Suche nach Mitgliedern für sein Team und weil wir nun mal ein zu großes Herz haben und zu Bier nie nein sagen können, stehen wir eine Viertelstunde später auf dem Spielfeld. Denn Hochschulsport ist doch Sport an der Hochschule und Flunkie-Ball ist ja auch irgendwie Sport.
Leider steht die Partie von Anfang an unter einem schlechten Stern. Zwei aus dem Gegnerteam spielen Handball, Kimii zwar auch aber, die bittet uns gar nix von ihr zu erwarten. Das kann ja heiter werden. Beide Teams beginnen schwach. Nachdem das Gegnerteam mal wieder nicht getroffen hat, meint Kimii zu ihren Handballern, dass dann nächste Woche wohl Wurftraining auf den Plan kommen würde. Hätte sie das bloß gelassen. Von jetzt an läuft es für uns noch schlechter. Am Ende verlieren wir und scheiden somit bereits in der Vorrunde aus.
Aber trotz dieser Niederlage habe ich dann doch einiges von Kimii und ihren Mitstreitern gelernt. Denn auch wenn das Flunkie-Ball-Turnier eigentlich nichts mit Hochschulsport zu tun hat, so gibt es doch einige eindeutige Parallelen. Jeder kann mit machen auch wenn er keine Ahnung vom Spiel hat und egal ob man gut ist oder schlecht, am Ende gibt’s sowieso noch Bierchen für alle.
Das Turnier geht also ohne uns weiter und wir machen noch ein Bierchen auf. Wir sind schließlich bei einer Sportveranstaltung! Während wir uns die finale Runde angucken, kann ich mich nicht mehr zurückhalten. Ich muss sie einfach nach ihrem neuen Föhn fragen, denn Kimii hat sich nach einer drei Semester dauernden Suche endlich einen eigenen Föhn gekauft. Sie selbst sagt dazu: „Ich war auf einer spirituellen Reise durch Amazon an deren Ende ich etwas ganz Individuelles für mich und meine Haare gefunden habe.“ Dass jemand die Suche nach einem Föhn als spirituelle Reise bezeichnet, habe ich auch noch nicht erlebt. Das man hingegen den Kauf eines Kontaktgrills als lebensveränderndes Ereignis bezeichnet, habe ich schon oft gehört. Aber das ist eine andere Geschichte. Kimii ist auf jeden Fall von ihrem Föhn begeistert. Auf die Frage, ob sie ihren neuen Föhn auch überhaupt leiden kann, lacht sie nur. Sie meint es wäre viel mehr als nur das, für sie ist es schon fast etwas wie liebe, denn er rettet ihr jeden Morgen das Leben.
Ich weiß nicht ob der Föhn ihr Gehirn gegrillt hat, oder dieses Verhalten normal ist, wenn man eineinhalb Jahre nach einem Föhn sucht. Aber wer bin ich, das zu beurteilen. Ich bedanke mich auf jeden Fall bei Kimii für ihre Zeit und verabschiede mich hier mit.
Musiktipp für diese Ausgabe ist der Song „Dancing in the Dark“ von Bruce Springsteen.


mit Kimii Grünert von Moritz Rohde
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