„Wetten, dass..?“-Gottschalk verabschiedet sich vom Zeitgeist

Ein Kommentar zu seiner letzten „Wetten, dass.. ?“-Show

Die ZDF-Show „Wetten, dass.. ?“ war früher fester Bestandteil meiner Kindheit und der Familienzeit. Laut Stern war es die „größte Show Europas“ urdeutsche Fernsehkultur.  Als es 2021 das große Comeback feierte, kam mir das Ganze schon abstrus vor und irgendwie aus der Zeit gefallen.  Im Jahr 2023 verabschiedet sich Thomas Gottschalk endgültig


Ende November sollte sich nun der lustige, bunte Moderator meiner Kindheit für immer verabschieden. Aber wie! Von dem alten Glanz von früher war nichts geblieben. Die Abschiedsrede von Gottschalk nahm der Show „Wetten, dass.. ?“ die letzte Würde – zumindest für mich. Denn genug Menschen der Generation Babyboomer und X feierten seine Worte. 

Und darin sieht man seine Wirkung. In seiner Rede in der letzten „Wetten, dass.. ?“-Show verurteilt er die „verordneten Sprechbeschränkungen“, dass er nicht so reden könne wie zu Hause, dann sage er lieber gar nichts mehr, bevor er wieder einen Shitstorm auslöse. Aber ein letztes Mal lässt er sich den Shitstorm nicht nehmen.


Der Influencerin Shirin David habe er die Feministin nicht angesehen und Bastian Schweinsteiger helfe nicht im Haushalt bei Ehefrau Ana Ivanović, der Weltklasse Tennisspielerin.

Gottschalk sagte Cher dann auch noch, wie sehr man befürchten müsse, ein „Mädchen“ falsch zu berühren. Neben dem „gängigen“ Sexismus und der Misogynie der Show, darf Ableismus natürlich nicht fehlen, denn der Junge im Rollstuhl ist trotzdem ein „aufgewecktes Kerlchen“. 


All diese Szenen mögen in den 217 Ausgaben seit 1981 „normal“ gewesen sein. Es war der Zeitgeist des öffentlichen Fernsehens der 80er und 90er. Es war die Zeit der Generation Babyboomer und X, die endlich Wohlstand und flapsiges Reden in Talkshows genießen konnten. Doch auch Gottschalk hat erkannt, dass die aktuelle Popkultur ihn überholt habe. 

Und doch ist Thomas Gottschalk der Inbegriff des Influencers, auch wenn er dabei wahrscheinlich unangenehm zusammenzuckt. Das Comeback 2021 lockte mehr als 14 Millionen Zuschauer. Auch bei seiner letzten Show haben mehr als 12 Millionen Menschen zugesehen. Er hat über 40 Jahre, mit seiner ganz eigenen Art zu moderieren, seine Zuschauer begeistert. Ersetzen konnte ihn keiner – weder Wolfgang Lippert noch Markus Lanz. Und so ist es wohl auch besser, dass sich das Format „Wetten dass.. ?“ mit seinem Gesicht Thomas Gottschalk endgültig verabschiedet.

Vielleicht gibt, das der deutschen Fernsehlandschaft die Chance, mit dem neuen Zeitgeist zu gehen.  


Wenn ihr mehr über die Filmbranche wissen wollt, schaut euch gerne diesen Beitrag an.
Oder hätte „Wetten, dass.. ?“ vielleicht ein Re-Branding gut getan?

https://wo-ist-eigentlich-lingen.de/hinter-den-kulissen-von-hollywood-die-schattenseiten-einer-glaenzenden-industrie

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