Digitales Fast Food


WhatsApp, Instagram, Snapchat

Möglichkeiten zur digitalen Vernetzung gibt es heute unzählige und sie werden intensiv genutzt. Knapp 78 % der Deutschen sind auf Social Media aktiv. Dabei gilt:

Je jünger die Altersgruppe, desto höher die Online-Aktivität.

Besonders hervor sticht die sogenannte „Generation
Z“ (Gen Z), also Menschen, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden. Rund 98 % von ihnen nutzen
soziale Netzwerke.

Man könnte also meinen, dass junge Menschen sozial vernetzter sind als je zuvor.
Aktuelle Studien legen jedoch nahe, dass die Gen Z gleichzeitig die einsamste Generation ist.

Einsamkeit ist das schmerzhafte Gefühl, dass die eigenen sozialen Beziehungen den persönlichen Wünschen und Bedürfnissen nicht entsprechen.

Warum sind andere Menschen so wichtig für uns?

Evolutionär betrachtet war ein enges und stabiles soziales Netzwerk überlebenswichtig, da der Mensch auf seine Gruppe angewiesen war. Dementsprechend ist ein soziales Miteinander ursprünglich ebenso ein Überlebensfaktor wie Essen und Trinken.

Wie das Gefühl „Hunger“ einem also signalisiert zu essen, soll die Emotion „Einsamkeit“ einen anspornen sozial aktiv zu werden, um zu überleben – also ein Beziehungsdefizit, bei dem emotionale Bindungen oder soziale Kontakte als unzureichend empfunden werden. Anders als beim freiwilligen Alleinsein ist Einsamkeit ein negativer, oft ungewollter Zustand.

Foto von Pexels

Kontakte über soziale Medien sind häufig oberflächlich, wichtige nonverbale Signale fehlen, und zudem wird oft eine idealisierte Realität dargestellt. Je mehr Freizeit die Gen Z also mit Social Media verbringt, desto weniger Zeit bleibt für echte, tiefgehende soziale Kontakte.

Für ein ausgewogenes Sozialleben gilt, dass die Qualität sozialer Interaktionen wichtiger ist als die
Quantität. Kontakte über soziale Medien können echte zwischenmenschliche Interaktionen nicht ersetzen, lediglich imitieren.

Wenn Einsamkeit gefährlich wird

Einsamkeit ist mehr als ein unangenehmes Gefühl, da sie auch die körperliche Gesundheit beeinflussen
kann. Studien zeigen, dass soziale Isolation das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle,
Demenz und andere Krankheiten deutlich erhöht. Außerdem führt ein durch Einsamkeit ausgelöster,
anhaltender seelischer Stress zu einem erhöhten Cortisolspiegel, wodurch das Immunsystem geschwächt
wird.

Auch Schlafqualität, Belastbarkeit und allgemeines Wohlbefinden leiden unter fehlenden sozialen
Kontakten. Einsame Menschen ziehen sich zudem häufig immer weiter zurück und haben ein erhöhtes
Risiko für Depressionen und Angststörungen, weshalb soziale Beziehungen für die mentale und
körperliche Gesundheit von großer Bedeutung sind.

Was kannst du gegen Einsamkeit tun?

Aktivitäten wie Sport, Hobbys oder ehrenamtliches Engagement können helfen, Einsamkeit
vorzubeugen.
Man sollte die eigene Nutzung kritisch reflektieren und die eigene Freizeit bewusst in Hobbys,
Familie und Freundschaften investieren. Reale soziale Verbindungen sind unverzichtbar für das eigene
Wohlbefinden sind.

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