
Schlaf gilt im Studium oft als nebensächlich:
Noch eine Folge, noch ein Kapitel, noch schnell die Präsentation fertig machen. Die Rechnung scheint einfach:
weniger Schlaf, mehr Zeit zum Arbeiten oder für Freizeit abseits vom Studium.
Das Studium bringt einen Lebensrhythmus mit sich, der sich deutlich von Schule und Vollzeit Berufstätigkeit unterscheidet. Unregelmäßige Zeiten von Vorlesungen, Abgaben und Hausarbeiten, welche man sich zeitlich selbst einteilen muss und zusätzlich noch Hobbys und anderen Aktivitäten, denen man nachgehen möchte, erfordern strategische Planung wenn man zusätzlich noch ausreichend schlafen möchte. Gerade der Schlaf sollte im Studium allerdings nicht außer Acht gelassen werden.
Humanbiologe Christian Benedict hat in einem Interview der Tagesschau darauf aufmerksam gemacht, dass es wichtig ist eine Routine zu haben, um gut und erholsam zu schlafen. Zu den selben Zeiten ins Bett gehen und zu ähnlichen Zeiten wieder aufstehen hilft dabei die innere Uhr anzupassen und den Körper einzustellen. Man sollte zusehen, dass man am Tag viel erlebt und danach den Abend nutzen, um den Körper und Geist runterzufahren.

Eine feste Routine?
Hier kommt für uns Studierende die größte Hürde auf. Mal dürfen wir so lange ausschlafen, wie wir möchten, weil die erste Vorlesung erst am Mittag stattfindet. Einen Tag später klingelt der Wecker allerdings schon um 6:30 Uhr, weil die Vorlesung schon um 8:15 Uhr beginnt. Student*Innen haben einen weniger getatkteten Wochenablauf als Berufstätige mit festen Arbeitszeiten. Hinzu kommen Abgaben wie Referate oder Hausarbeiten, welche wir dann erledigen können, wenn wir uns dazu entscheiden.
Zusätzlich zum Studieren kommt noch das Privatleben: Viele Student*Innen arbeiten neben dem Studium, zusätzlich geht man noch Hobbys, Sport und sozialen Kontakten nach. Alles zusammen erschwert es uns diese Regelmäßigkeiten einzuhalten. Das führt dazu, dass unsere innere Uhr Probleme hat, unseren Schlaf qualitativ und quantitativ zu optimieren.
Trotz allem sollten wir Student*Innen versuchen, so gut zu schlafen, wie es uns möglich ist. Schlechter bzw. wenig Schlaf beeinträchtigt uns bereits kurzfristig. Wenn wir nicht genug schlafen, sind wir weniger leistungsfähig, schneller gestresst und leichter reizbar. Solche Kleinigkeiten können unseren Alltag beeinflussen. Klausurergebnisse oder aufgenommenes Wissen können dadurch negativ beeinflusst werden. Die Langzeitfolgen fallen noch schlimmer aus. Von Herz-Kreislauf-Problemen, über Stoffwechselstörungen, wie vor allem ein erhöhtes Risiko für Diabetes, bis hin zu Psychischen Folgen wie depressiven Verstimmungen oder Angstzuständen.
Bei Betroffenen ist es daher definitiv ratsam eine ärztliche Behandlung hinzuzuziehen, da man ohne Hilfe oder Medikamente eigene Schlafstörungen nur in den seltensten Fällen beheben kann.
Für uns Studierende, bei denen es in den meisten Fällen noch nicht so schlimm aussieht, gilt es meist auf ein paar wichtige Punkte zu achten:
- Feste Aufstehzeit statt fester Schlafenszeit
- Power Naps (20–30 Minuten) statt kompletter Mittagsschlaf
- Lernzeiten einplanen, wenn man am leistungsfähigsten ist
- Handy 30 Minuten vor dem Schlafen weglegen (oder Flugmodus)
- Koffein bewusst einsetzen (nicht abends)
Der Körper braucht seine Ruhephasen um optimale Leistung erbringen zu können. Warum sollten wir also nicht in manchen Situationen ein bisschen genauer darauf achten, wann wir uns die letzte Tasse Kaffee genehmigen oder wie wir uns eine Routine aneignen, in dem wir uns feste Aufstehzeiten angewöhnen. Schließlich tun wir das für uns selbst. Für unsere eigene Gesundheit, unsere eigene Leistungsfähigkeit. Wir sind niemandem etwas schuldig, dennoch ist unser Körper uns im nachhinein dankbar.
