„Kurz mal nachgedacht…“ – Teil 3

In jemandes Schuld stehen

Das ist grundsätzlich ein sehr negativ behafteter Ausdruck. Auch der Duden führt für die Schuld zuerst einmal die negativen Bedeutungen auf:

1. Ursache von etwas Unangenehmem, Bösem oder eines Unglücks (…)
2. Bestimmtes Verhalten (…), womit jemand gegen Werte, Normen verstößt (…)
3. Geldbetrag, den jemand einem anderen schuldig ist

Aber kurz mal nachgedacht: Wie unterschiedlich kann es eigentlich aussehen, in jemandes Schuld zu stehen?
Und gibt es nicht vielleicht sogar eine positive Sichtweise darauf, jemandem etwas schuldig zu sein?

Schuld meint zwischenmenschlich immer ein Ungleichgewicht. Wir alle leben mit einer bestimmten Art von Schuld – jeden Tag. Auch du! Vielleicht schuldest du jemandem Geld, vielleicht auch nur eine Entschuldigung? Oder bist du jemandem vielleicht ein offenes Ohr schuldig, ein Hilfsangebot, einen Anruf oder einen Brief? Vielleicht stehst du in der Schuld, jemandem eine zweite Chance zu geben, oder eine dritte? Vielleicht schuldest du einer Person in deinem Leben ein ehrliches Wort oder eine Auseinandersetzung?

Schuldig kannst du auch dir selbst gegenüber sein!

Vielleicht bist du dir selbst mehr Achtsamkeit schuldig, vielleicht deiner Familie ein paar Stunden zuhause… Vielleicht ist es auch eine kleine Aufmerksamkeit, oder einfach ein „DANKE!“ für diejenigen, die da waren, wenn es andere nicht waren?

Letztlich ist fast jede Schuld ganz leicht zu begleichen, um glücklicher und weniger belastet durch’s Leben zu spazieren. 
Schuld kann durchaus eine wundervolle Chance sein, die Menschen um dich herum zu überraschen, ihnen zu zeigen, was sie dir bedeuten – aber auch, um dir selbst zu zeigen, was das Leben DIR bedeutet. So kann aus einer Last eine Chance werden.

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