Glosse: Hamburger Student zur Haft verurteilt

Wer in Hamburg studieren und wohnen will, muss tief in die Tasche greifen. Im Sommersemester 2026 zahlen Studierende für ein WG-Zimmer durchschnittlich 650€. Das ist fast das doppelte wie die BAföG Wohnpauschale, die seit vielen Jahren 380€ beträgt. Wer sich nicht auf die staatliche Studienfinanzierung verlassen kann, der muss nebenbei anders Geld auftreiben. Deshalb arbeiteten 2023 rund 70% der Studierenden in Deutschland durchschnittlich 15 Stunden pro Woche neben ihrem Vollzeitstudium.

Auch dem Studenten Arthur (21) fehlt das Geld zum Wohnen in der Hansestadt. Somit griff er zu Finanzierungsmethoden, über die er heute vor Gericht sein Geständnis machte:

Ihm habe trotz seines Minijobs als Kellner das Geld für die Miete nicht gereicht. Demnach soll er zunächst auf die Blutspende zurückgegriffen haben. Da das allerdings nur alle acht Wochen legal möglich ist, habe er sich das Blut auch selbst abgenommen und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Das hat ihm anfangs die Miete bezahlt, bis er sich dabei so stark verletzte, dass er in der Notaufnahme sein eigenes gespendetes Blut gespendet bekommen musste.

Nach einer Erhöhung des Semesterbeitrags fing er mit Diebstahl an. Zunächst habe er es bei seinen WG-Mitbewohnern versucht, diese besaßen allerdings selbst kein Eigentum. Deshalb machte er die Kommilitonen zu seinen Opfern. Er stahl den BWL- und Jura Studierenden über Monate hinweg das Geld ihrer Eltern.

Am nächsten Morgen soll sein Vermieter ihn über eine weitere Mieterhöhung informiert haben. Das geforderte Vermögen konnte er mit bloßem Diebstahl nicht mehr aufbringen, somit blieb ihm nichts anderes übrig als die Reeperbahn. So prostituierte er sich dort monatelang illegal jeden Freitag- und Samstagabend. Allerdings (änderten) sich seine Kunden von verwitweten älteren Damen zu alten AfD Politikern mit einem schwulenfeindlichen öffentlichen Auftreten. Das traumatisierte ihn dermaßen, dass er sich selbst der Polizei stellte.

Ab heute muss sich Arthur keine Sorge mehr um die hohen Mietpreise machen. Er lebt jetzt mietfrei auf zehn Quadratmeter in der JVA-Fuhlsbüttel.

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